Das Geschenk einer Unbekannten

Tugend

Gestern – nach dem Start dieses Blogs – bekam ich eine eMail von einer Frau, die mir bis dato völlig unbekannt war. Sie schrieb mir folgendes:

ich sah durch Zufall heute, dass eine Freundin Ihre Seite auf Facebook
mit "Gefällt mir" geklickt hat. Und ich kam ins Surfen (leider nur
virtuell, die sportliche Leidenschaft ist weniger stark ausgeprägt...).

Kurz gesagt: ich habe selten eine so authentische und erfrischende
Darstellung einer "Über mich"- Seite gelesen wie bei Ihnen.

Hat mir richtig gut gefallen.

Ein gutes Jahr 2014 wünscht Ihnen
xxxx

Ich saß vor meinem Bildschirm und war sprachlos. Vor Glück, vor Stolz, vor Freude – und vor einer großen Portion Berührtheit und der Frage: „Wie kann ich so viel Freundlichkeit wieder zurückgeben?“ Ich entschloss mich erst einmal, der Absenderin Respekt zu zollen, indem ich nicht direkt auf „Antworten“ klickte, sondern die Mail wirken und in mir arbeiten lasse. Und dabei wurde mir wieder einmal klar: Die heutige Zeit hat viele Vorteile und ich möchte vieles wirklich nicht missen. Aber die Schnelllebigkeit, mit der wir uns bewegen (oder glauben bewegen zu müssen), nimmt uns etwas ganz wesentliches: Zeit und Besinnung für uns und unsere Mitmenschen.

Gestern nun nahm sich jemand, der mich nicht kennt, Zeit für mich. Spontan und ungefragt.
Eine höhere Wertschätzung kann man – so finde ich – einem Menschen nicht entgegenbringen.

Und hier kommen die „alten Tugenden“ wie

  • Freundlichkeit
  • Menschlickheit
  • Anerkennung
  • Nächstenliebe

ins Spiel. Werte und Tugenden, die Beziehungen mehr Gewicht und Tiefe geben und der mittlerweile so vertrauten Oberflächlichkeit in den (virtuellen) Begegnungen trotzen.
Im Wort „Tugend“ steckt das Wort „Gen“. Wir alle haben diese und andere Tugenden in uns. Aber integrieren wir sie in unseren Alltag? Nehmen wir uns die Zeit, sie zu leben, sie wieder zu einem bewussten Teil unseres Selbst werden zu lassen und unsere Mitmenschen in den passenden Situationen damit zu beglücken?

Die gestrige Mail hat bei mir ein warmes, wohliges Gefühl hervorgerufen, das bis heute anhält und mich glücklich macht.
Dieses „Geschenk einer Unbekannten“ hat sie ein paar Minuten ihrer Lebenszeit „gekostet“ und mich über viele, viele Stunden motiviert, bestärkt und mir Freude bereitet.

Kein Austausch von Waren bietet einen so hohen Return on Investment!

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