PowerTipp zum Wochenende: Sei einzigartig!

EinzigartigkeitHaben Sie als Kind auch nach vierblättrigen Kleeblättern gesucht? Ich konnte Stunden damit zubringen, aus der Masse gleich aussehender Pflanzen die eine besondere zu finden, die anders war. Und weil die Vierblättrigkeit auch noch Glück versprach, war meine Motivation besonders hoch und die Freude über einen seltenen Fund ein echtes Highlight.

Heute geht es mir ähnlich. Ich bin begeistert, wenn ich Menschen treffe, die anders sind, Menschen mit Ecken und Kanten, Menschen, die eine Meinung haben, Menschen, die Nein sagen, coole Ideen haben oder den Mut aufbringen, aus ihrer Komfortzone zu treten. Ich finde diese Menschen einzigartig – und sie beleben mich, weil sie meinen Geist anregen.

Viel zu früh, so finde ich, wird uns unsere Einzigartigkeit abtrainiert und weggebildet. Unser Schul- und Ausbildungssystem belohnt Konformität und unsere Gesellschaft hat sich im Konsens kuschelig eingerichtet. Einen kreativen (Frei-)Geist formt das nicht – deswegen fällt gelebte Einzigartigkeit aus dem Rahmen und sie fällt auf.

Gerade im Zuge der Frauenquoten-Diskussion wurde und wird immer wieder betont, die Leistung solle im Vordergrund stehen und belohnt werden, nicht die Beförderung aufgrund einer Quote erfolgen. Ohne auf diese Diskussion eingehen zu wollen – ich habe aus vielen Gründen lange darüber nachgedacht, ob wir uns mit dem Leistungsansatz einen Gefallen tun. Und zwar nicht nur wir Frauen – sondern wir als Gesellschaft. Und ich glaube, wir befinden uns hier auf einem Irrweg.

Denn wer definiert, was Leistung ist? Und welche Leistung soll welchen Kriterien unterliegen – und wer legt diese Kriterien fest? Bedeutet „Leistung“, ein fertiges Ergebnis zu präsentieren oder erbringt jemand auch eine Leistung, wenn er Fehler macht, den Konsens in Frage stellt, für Veränderungen plädiert oder Neues ausprobiert?

Ich habe dazu eine eindeutige Meinung: Das sind Leistungen – und zwar unbezahlbare! Aber gelten sie auch im Unternehmenskontext? Sind diese Leistungen karrierefördernd – oder eher karrierehemmend? Auch hier habe ich eine Meinung aufgrund bisheriger Erfahrungen: Diese Leistungen sind in vielen Unternehmenskontexten eindeutig noch karrierehemmend.

Müsste dann nicht die Schlussfolgerung lauten, dass die Leistung, nach der wir alle so eifrig streben und bewertet werden möchten – egal ob Mann oder Frau – eine Leistung ist, die eine Anpassung an bestehende Systeme erfordert? Ist das nicht eine Form von Leistung, die jegliche Individualität und jede Form von Freigeist unterdrückt?

Ich meine: Ja!

In der Ökonomie wird als Arbeitsleistung das „Ergebnis einer zielgerichteten Anstrengung von Menschen in Verbindung mit dem Einsatz von Betriebsmitteln pro Zeiteinheit bei bestimmter Arbeitsqualität“ bezeichnet.
Kreativitäts- und Innovationsprozesse lassen sich in dieser Maßeinheit aber nicht messen.  „Erfolg“ lässt sich in dieser Formel nicht abbilden. Querdenken und Freigeistigkeit sind elementare, zukunftsrelevante Fähigkeiten – auch die lassen sich nicht über Input und Output messen.

Wir sind auf dem Holzweg, wenn wir annehmen, den geforderten Leistungskriterien entsprechen zu müssen, um Erfolg haben zu können.
Bill Gates und Steve Jobs haben das Studium abgebrochen, Michael Jordan wurde in der High School aus dem Basketballteam geschmissen, Albert Einstein  konnte mit vier Jahren noch nicht sprechen und die Lehrer waren überzeugt, aus ihm würde nie etwas werden, Ophra Winfrey unterstellte man, sie sei „nicht fit fürs Fernsehen“ und Walt Disney hat seinen Job bei der Zeitung verloren, weil ihm mangelnde Ideen und fehlende Vorstellungskraft nachgesagt wurden. Alle genannten Personen haben festgelegten Leistungskriterien nicht entsprochen – und sie alle waren und sind doch unfassbar  erfolgreich. Noch dazu sind sie einzigartig.

Ich denke, es wird höchste Zeit, dass wir das System unserer Leistungsgesellschaft hinterfragen und statt Leistung lieber nach Einzigartigkeit streben – und sie auch einfordern.

Einzigartigkeit bedeutet:

  • Visionen und Ziele zu haben,
  • an sich selbst zu glauben,
  • an seine eigenen Ideen und Ideale zu glauben,
  • Werte zu vertreten und zu leben,
  • Rückgrat zu zeigen,
  • eine Meinung zu haben und sie zu vertreten,
  • frei zu denken und frei zu sein,

Einzigartigkeit bereichert die Gesellschaft, denn sie sorgt für eine Vielfalt an Gedanken, Ideen und Visionen, die wir so dringend brauchen.
Ist Einzigartigkeit karrierehemmend? Im falschen Umfeld ja. Im richtigen Umfeld ist Einzigartigkeit wie ein vierblättriges Kleeblatt: Schwer zu finden aber Glück und Erfolg versprechend!

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