Happy Birthday Leonardo da Vinci

LeonardoLeonardo da Vinci wurde am 15. April 1452 geboren und wäre heute 563 Jahre alt geworden. Kaum auszudenken, was er alles erfunden hätte, wäre er in der Lage gewesen, so lange zu leben. Doch auch in seinen 67 Lebensjahren, hat er Erstaunliches vollbracht. Grund genug, ihm zu seinem heutigen Geburtstag einen Blog-Beitrag zu widmen.

„Der Wunsch zu lernen ist allen edlen Menschen angeboren“, soll Leonardo da Vinci mal gesagt haben. Und in der Tat wäre die Menschheit nicht weit gekommen, würden uns nicht Interesse, Faszination, Wissensdurst und die Bereitschaft, sich neuen, ungewohnten und komplexen Situationen zu stellen dazu verleiten, immer wieder Fragen zu stellen und nach Antworten zu suchen. Wir besitzen eine angeborene Neugier. Ohne Neugier könnten Babys nicht lernen, Kinder nicht zu Jugendlichen heranwachsen und nicht als Erwachsene reifen.

Neugier, Curiosità, bildete das erste geistige Prinzip Leonardo Da Vincis. Sein ausgeprägtes Verlangen, die Dinge bis ins Innerste erkunden zu wollen, ließ ihn einen Forschungsstil entwickeln, der in seiner Gründlichkeit bis heute unerreicht ist. Sein nie endender Drang, sein Wissen zu erweitern und seine Umwelt zu sezieren, ließen ihn zu einem wahren Meister kreativer Problemlösung werden. Am Anfang jeder seiner Forschungen, die sich durch die gesamte Bandbreite der Wissensgebiete zog, stand immer eine ungelöste Frage und der Mut, sich auf den Weg zu machen, eine Antwort zu finden.

Nach der geistigen Enge des Mittelalters war das Streben nach Erkenntnis und Wissen eine echte Renaissance der gedanklichen Freiheit. Und Leonardo da Vinci wusste um die enorme Bedeutung lebenslangen Lernens. Noch im damals hohen Alter von 52 Jahren lernte er Latein – womit bewiesen ist, dass Neugier und (spielerisches) Lernen nicht nur Kindern vorbehalten ist, sondern wir alle das Streben nach Erkenntnis und höherem Wissen bis ins hohe Alter verfolgen können – und sogar sollten.

Die Hirnforschung hat nämlich mittlerweile bewiesen, dass Explorationsverhalten den Erwerb mentaler Strukturen fördert. Bei neugierigen Menschen sind die Nervenverbindung zwischen dem ventralen Striatum und dem Hippocampus besonders ausgeprägt[1]. Beides sind Zentren im Gehirn: Im Striatum sitzt das so genannte Belohnungssystem, das uns zu zielgerichteten Handlungen anspornt. Der Hippocampus ist dagegen für bestimmte Gedächtnis-Funktionen zuständig. Identifiziert der Hippocampus eine Erfahrung als neu, sendet er demnach ein entsprechendes Feedback an das Striatum. Dort werden dann bestimmte Hirnbotenstoffe frei, die für positive Gefühle sorgen. Bei Menschen, die stets das Neue suchen, sind Striatum und Hippocampus augenscheinlich besonders gut verkabelt.

Exploratives Verhalten bringt Anpassungsvorteile mit sich und hilft, sich den Fragen und Herausforderungen unserer volatilen und sich permanent verändernden Welt zu stellen. Diese Form epistemischer Neugier – also die den Wissensdurst stillende und Erkenntnis erlangende Neugier – führt nicht nur zum besseren Verständnis, sondern auch zur Erforschung unserer (Um-)Welt.

In dem Wort Neugier stecken die Worte „Neu“ und „Gier“ – sehr passend für einen elementaren intrinsischen Antreiber, der zum Lernen motiviert und gleichzeitig die Grundlage kreativer Prozesse bildet. Wen die Gier nach Neuem antreibt, bewegt sich permanent am Rande seiner eigenen Komfortzone und ist schneller bereit, Herausforderungen anzunehmen und sich an ungemütlichen Fragen zu reiben, die gewohnte Denk- und Handlungsmuster durchbrechen können. Fehlende Neu-Gier führt zu Stillstand. In unserer schnelllebigen und veränderungsstarken Zeit ein sehr riskanter Zustand.

In diesem Sinne: Happy Birthday, Leonardo da Vinci!

>> Kostenfreier Download, um der eigenen Neu-Gier auf die Sprünge zu helfen

 

[1] Michael X. Cohen und Privatdozent Dr. Bernd Weber (Universität Bonn) in „Nature Neuroscience“ (doi: 10.1038/nn.2228), 2008

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