Interview: „Raus aus der #Komfortzone – rein ins Vergnügen“

Roman Neumann1Ich habe in meinen letzten Blogbeiträgen immer mal wieder die „Komfortzone“ angesprochen und darauf hingewiesen, dass die Komfortzone ein gefährlicher Status Quo ist, der uns zum Stillstand verleitet. Nun habe ich bei unserer letzten PechaKucha-Night in Bonn jemanden kennengelernt, der das „Raus aus der Komfortzone“ als sein eigenes Lebensmotte definiert hat. Roman Neumann hat witzig, amüsant und sehr eindrucksvoll über Situationen berichtet, in denen er im wahrsten Sinne des Wortes über den eigenen Schatten springen musste. Ich fand seine Schilderungen so spannend, dass ich ihn um ein Interview gebeten habe. Und hier ist es!

NAME: Roman Neumann
BERUF: Program Manager
Drei Wörter/Eigenschaften, die mich beschreiben: abenteuerlustig, humorvoll, inspirierend
Mein Lieblings-Gadget/meine Lieblings-App: Mein kleines schwarzes Notizbuch, in dem ich Inspirierende Gedanken und Erfahrungen festhalte
Mein Lieblingszitat: Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. (Seneca)
Meine eigene Webseite: https://howhasromanbeen.wordpress.com/author/howhasromanbeen/

Roman, was ist die Komfortzone?
Unsere Komfortzone ist ein psychologischer Zustand, in dem wir uns wohl und vertraut fühlen. Wir sprechen dann von einem Zustand, in dem wir stetig unsere gewohnten Verhaltensweisen und Routinen anwenden – in der Regel ohne ein Gefühl von Risiko.

Du hast Deine Komfortzone schon oft verlassen. Kannst Du uns ein paar Situationen schildern?
Das Verlassen der Komfortzone kann ganz unterschiedlich aussehen. So  z.B. wenn wir ein neues Restaurant ausprobieren, uns an einer neuen Sportart versuchen oder uns einer neuen Aufgaben im Job stellen. Die Erfahrungen, die mich bisher am meisten geprägt haben, waren  Extremsituationen, in denen meine Verhaltensmuster und Routinen einfach nicht mehr funktionierten. So zum Beispiel in meinen längeren Auslandsaufenthalten in Südostasien oder Lateinamerika. Aber auch beim Fallschirmspringen war meine Komfortzone sehr weit entfernt.

Was ist Dein Antrieb, dich immer wieder ins Unbekannte zu stürzen?
Mein ist der Antrieb ist der Wunsch mich stetig weiter zu entwickeln und meine Lebenszeit sinnvoll zu gestalten. Ein kluger Mensch hat mal ausgerechnet, dass ein Menschenleben ca. 30.000 Tage hat. Ich finde das hört sich erstmal nicht viel an. Wir haben die Chance diese Zeit sinnvoll zu gestalten. Also warum nicht immer etwas Neues erleben und das Leben aufregend gestalten. Auch wenn es am Anfang erst mal schwer ist und auch nicht immer erfolgreich.

Denkst du in solchen Situationen auch ans Scheitern?
Scheitern ist der schmerzhafte Teil auf dem Weg zum Erfolg. Als ehemaliger Leistungssportler weiß ich, wie hart man sich Erfolg erarbeiten muss. Rückschläge und Niederlagen stehen da an der Tagesordnung. Wichtig ist dann am Ball zu bleiben und sich nicht unterkriegen zu lassen. Man muss immer einmal mehr aufstehen, als man hingefallen ist. Viel schwieriger ist es dann zu wissen, wann man auch mal loslassen und einen Versuch einen Versuch sein lassen muss.

Das Sichere und Bekannte für einen Moment aufzugeben ist doch auch anstrengend. Welchen Mehrwert hast Du davon, wenn Du Deine Komfortzone verlässt?
Wenn ich zum Beispiel einen Vortrag vor mehreren hundert Leuten halte, schießt mir das Adrenalin durch meinen Körper. Wenn ich dann merke, dass die Zuhörer beim Vortrag dabei sind und ich das Gefühl habe, dem ein oder anderen einen Denkanstoß zu geben, wird aus Adrenalin Dopamin. Die Glücksgefühle durchströmen meinen Körper und ich kann das Gefühl auf der Bühne zu stehen sogar genießen. Meine Komfortzone wird größer und ich habe mir mal selbst wieder etwas bewiesen. Was vorher unbekannt war wird auf einmal vertraut. Oder wie man auch sagen kann „Glück ist eine Überwindungsprämie“.

Kannst du drei Extrem-Gefühle beschreiben, die Du beim Verlassen der Komfortzone bislang durchlebt und erlebt hast?
Es kommt immer darauf an, wie weit ich meine Komfortzone verlasse. Als ein Beispiel: Mein erster Fallschirmsprung: Es fing mit einer starken Nervosität an. In einer kleinen Cessna aufsteigend waren meine Knie weich wie Butter und meine Handflächen feucht wie nasse Waschlappen. Auf 4.000 Metern Höhe war die Absprunghöhe erreicht. Ich stand an der offene Flugzeugtür, blickte in die Tiefe und ich hatte eine Riesenangst vor dem Absprung. Mit dem Sprung ins gefühlte Nichts raste ich dem Erdboden mit ca. 200 km/h die Stunde entgegen. In dieser Extremsituation verspürte ich absolute Panik, da mein Körper und Ich diese Erfahrung noch nie gemacht hatten. Ich schrie so laut es ging, um den Stress abzubauen. Nach einigen Sekunden des freien Falls hat sich mein Körper dann an die Situation gewöhnt und ich konnte dieses unglaubliche Gefühl des Fliegens, der unbeschreiblichen Ruhe und das Glücksgefühl genießen.  Betrunken von den Glücksgefühlen habe ich in diesem Moment gedacht, dass ich im Leben alles erreichen kann, wenn ich das hier überlebe. Ein unglaubliches Gefühl. J Manchmal ist „Angst das Tor zum Mehr!“

Welche Strategien können Menschen helfen, ihre Komfortzone zu verlassen?
Ich bin davon überzeugt, dass wir uns zu oft selbst im Weg stehen und versuchen, äußere Umstände für Dieses oder Jenes verantwortlich zu machen. Ausreden helfen uns dann oftmals, um in unserer Komfortzone zu bleiben und nicht den Schritt raus aus unseren Routinen zu gehen. Im Anschluss wundern wir uns dann, warum sich in unserem Leben nix bewegt und wir gefühlt auf der Stelle trampeln. Nicht die anderen sind verantwortlich für unser Glück, sondern nur wir selbst. Meine Empfehlung ist daher, das Ausbrechen von gewohntem Verhalten und Routinen als kleines Spiel zu sehen. Beim Spielen wägt man auch ab, wie hoch der Einsatz ist und was man gewinnen kann. Wichtig ist dabei, sich auch bewusst zu werden, dass man in einem Spiel sowohl gewinnen als auch verlieren kann. Prinzipiell gilt aber, wer nicht wagt der nicht gewinnt oder wer es nicht versucht, hat schon verloren.

Und zum Schluss noch ein kleines Spiel. Ich sage Dir einen Begriff und Du sagst mir, was Dir als erstes dazu durch den Kopf geht:

  • Flexibilität: Ist in einer Welt, die sich stetig verändert, notwendig.
  • Innovation: Braucht den Mut festgetrampelte Pfade zu verlassen
  • Anpassungsfähigkeit: Fällt mir manchmal schwer
  • Kreativität: Ensteht immer dann, wenn Raum gelassen wird
  • Veränderung: Mögen wir alle nicht gern
  • Angst: Ist das Tor zum Mehr!
  • Zukunft: Ist die Chance, sie zu gestalten
  • Deutschland: Eröffnet viele Möglichkeiten und wird immer meine Heimat sein
  • Ich: Bin Ich
  • Beruf: Kommt von Berufung und dieses Gefühle wünsche ich jedem!
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