Science Fiction: Wir brauchen humanistische Visionen | #ArbeitenVierNull | #Industrie40 | #NewWork | #EducationDay

Science FictionSeit einiger Zeit schon habe ich das Gefühl, die Welt der Science Fiction hat mich rechts und links überholt. Ob „Terminator“, „I Robot“, „Interstellar“ oder „Gattaca“ – keine dieser Zukunftsvisionen scheint mehr wirklich abwegig zu sein. Das Unangenehme daran: Keine dieser Zukunftsvisionen stimmt einen wirklich optimistisch. So lange Science Fiction das war, was sie vorgab zu sein, nämlich Fiktion, konnte es – zumindest nach meinem Geschmack – nicht düster genug sein. Jetzt aber, wo die Fiktion die Realität einholt, wo Zukunftszenarien plötzlich Wirklichkeit werden, wo maschinengeführte Kriege, Haushalts- und Pflegeroboter, Paketdrohnen oder selbstfahrende Autos keine Frage der Möglichkeit, sondern nur noch eine Frage der Zeit sind, sieht das anders aus. Jetzt wünsche ich mir eine neue, humanistische Science Fiction, denn sonst, so denke ich, laufen wir Gefahr, unserer eigenen Vorstellungskraft zu erliegen und Realitäten zu erschaffen, die wir uns eigentlich nur im Kino anschauen wollten.

Ich habe früher eine Zeitlang die Serie „Star Trek – The next Generation“ geschaut. Ein besseres Relaxionsmittel nach einem anstrengenden Schultag gab es für mich nicht. Eine fiktionale, heile Welt, in der das Böse dialogisch zum Guten überredet wurde. Eine Welt ohne Hunger, weil das Essen aus dem Replikator kam. Eine Gesellschaft, die ohne Geld auskam, weil es ja den Replikator gab. Eine Welt ohne Kriege, weil der Mensch gelernt hatte, sich interstellar zu verständigen. Die Serie wurde irgendwann eingestellt – auch weil Kritiker sie als „zu langweilig“ einstuften.

Seit einiger Zeit denke ich an diese Serie zurück und wünschte mir, wir würden diese Science Fiction nicht langweilig finden, sondern erstrebenswert. Denn auch hier sind wir ja schon auf halbem Weg, sie zu realisieren. Zumindest der Replikator ist nicht weit weg: Die ersten Versuche, Essen zu drucken werden bereits erfolgreich gestetet. Auf der EXPO in Mailand konnte man bereits die ersten konkreten Visionen dazu bestaunen. Eine Firma, die sich die Rechte daran gesichert hat, gibt es – selbstverständlich – auch schon.

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Was der Mensch sich vorstellen kann, wird eintreten. Stellen wir uns die Zukunft düster, kalt, kriegerisch und unmenschlich vor, werden wir sie auch genauso erleben. Das ist das Phänomen der „Self-fulfilling Prophecy„.

Und weil der Mensch an sich eher in Krisenszenarien denken kann als sich einem positiven Ausblick hinzugeben, erfordert die Vorstellung einer humanistischen Science Fiction eine wirkliche Mindset-Änderung.

Wie könnte die humanistische Science Fiction aussehen?

Wir werden flächendeckend attraktive Lebensmodelle entwickeln, zukunftsfähige Bildungschancen kreieren, innovative Führungsmodelle umsetzen, ein verändertes Gesundheitsbewusstsein schaffen, Mindsets verändern, Horizonte erweitern und Zusammenhalt und Gemeinschaft generationengerecht und nationenübergreifend definieren.

Sehr sicher werden wir im Laufe dieses Prozesses auch die Systematiken von Markt und Wirtschaft anpassen, neue Unternehmensformen konzipieren und die Globalisierung (r)evolutionieren. Denn wo Roboter und Maschinen die Werkbanken der Welt bedienen und unsere Routine-Tätigkeiten übernehmen, erkennen die Unternehmenslenker weltweit, dass die Einsparungen durch die Mensch-Maschinen alleine nicht zu Prosperität führen, wenn den Menschen jegliche Arbeitsgrundlage genommen wird. Die Top-Entscheider der Welt – in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – erkennen, dass das Wohlbefinden der Menschen im Mittelpunkt allen Tuns steht.

Darum werden wir uns als Menschen in einen neuen Sinnzusammenhang stellen. Wir werden „Zeit“ und „Geld“ wieder voneinander trennen, weil wir endlich verstehen, dass sich Kreativität und schöpferisches Tun nicht in Geld und Zeit messen lassen. Wir werden begreifen, dass Normierung und Taktung der menschlichen Arbeit der Vergangenheit angehören – denn dafür gibt es jetzt „Big Data“, „Industrie 4.0“ und Kollege Roboter. Diejenigen, die diese Entwicklung mitgestalten, werden auf Augenhöhe, kooperativ und wertschätzend miteinander umgehen, weil sie verstanden haben, dass die Herausforderungen der Zukunft ausschließlich gemeinsam gestaltet werden können. Wir werden wir uns als Künstler von etwas Neuem begreifen, als Schöpfer eines lebensgesunden Menschenbildes. Die Grundlage der menschlichen Existenz, unsere Weltanschauung, unsere Interessen, Werte, Wünsche, Visionen und Bedürfnisse sowie die Gesundung von Körper, Geist und Seele werden wieder in den Mittelpunkt unserer Wertschöpfung rücken.

Die Menschen, Unternehmen und Gesellschaften, die das heute schon begreifen, werden zu den pro-aktiven und kreativen Gestaltern der Zukunft zählen. Sie werden über viele Jahrzehnte Prosperität und Freiheit erlangen und das Lebensumfeld aller Menschen signifikant verbessern.

Ist das Science Fiction?
Ich hoffe nicht!

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