[#Blogparade] Von Leonardo da Vinci inspiriert: Raus aus der #Komfortzone | #Veränderung

KomfortzoneAuf dem Blog „Lebe ohne Grenzen“ läuft derzeit eine Blogparade zu Thema „Komfortzone verlassen – Herausforderungen meistern“. Hier steuere ich sehr gern einen „Futability®-Tipp“ bei, denn auch beim Thema Futability® geht es darum, die eigene Komfortzone zu verlassen – und zwar immer wieder.

Die Komfortzone spiegelt unsere gelernten Denk- und Handlungsmuster wider, unseren Status Quo. In der Komfortzone fühlen wir uns wohl. Wir kennen bestimmte Situationen und Abläufe, wir haben eine klar definierte Erwartungshaltung, wie und wann etwas passiert oder passieren sollte. Wir können mit einem guten Gefühl Einschätzungen vornehmen – und das stellt in unsicheren Zeiten einen unbezahlbaren Vorteil dar und schafft Sicherheit. Die Komfortzone als Ausgangsbasis unserer täglichen Handlungen ist daher nicht zu unterschätzen.

Das Problem ist allerdings, dass auch die Komfortzone gerade in veränderungsreichen Zeiten oder in einem vom Change geprägten Arbeitsumfeld volatil ist. Das gemütliche Verharren in der eigenen Komfortzone wird zunehmend schwinden, weil die Komfortzonen schlicht und ergreifend kleiner werden oder komplett neu definiert werden müssen.

Klammern wir uns eisern an unsere bekannte und kuschelige Komfortzone, riskieren wir eine Veränderungs- und Beratungsresistenz, die unsere individuelle und unternehmerische Wettbewerbsfähigkeit massiv zu behindern droht.

Was also kann helfen, den Schritt raus aus der Komfortzone zu wagen?
Die Komfortzone ist aufgebaut wie eine Zwiebel. Der Zwiebelkern ist unsere kuschelig-vertraute Komfortzone – umgeben von der „Lernzone“ und der „Panikzone“. So zumindest die klassischen Begrifflichkeiten.

Die „Lernzone“ ist der Bereich, indem wir neues Wissen ansammeln. Das bedeutet allerdings noch nicht, dass wir uns zwangsläufig auch aus unserer Komfortzone herausbewegen. Wenn Lernen keine Verhaltens- und/oder Denkänderungen bewirkt, dann haben wir uns mental keinen Schritt weiter bewegt. Bewirkt Lernen allerdings eine Verhaltens- und/oder Denkänderung, dann befinden wir uns in der „Panikzone“. Panik weil: Nichts ist mehr so, wie es mal war.

Nun wird es Ihnen so gehen wir mir: In einer Panikzone halte ich mich wahnsinnig ungern auf. Wenn das Resultat veränderter Denk- und/oder Handlungsmuster die Panik ist – dann bleibe ich auch lieber dort, wo ich schon immer war: In meiner Komfortzone.

Ich selbst bin ein echter Leonardo da Vinci-Fan. Je mehr ich mich mit dem Thema Innovation, Kreativität und Veränderung befasse, umso mehr bewundere ich diesen Mann, der vor 500 Jahren Zusammenhänge erkannte und Entwicklungen antizipierte, die damals völlig undenkbar waren und heute selbstverständlich sind. Diese Weitsicht konnte er nur entwickeln, weil er den Status Quo seines Umfeldes permanent hinterfragt und nie als gegeben hingenommen hat.

Leonardo da Vinci hat Zeit seines Lebens immer wieder die Komfortzone verlassen. Und ich habe mir überlegt, wie er wohl die einzelnen Zonen erlebt haben könnte. Was hat ihn angetrieben, immer wieder über sich hinauszuwachsen und immer wieder neue Zusammenhänge zu erschließen, die seiner Zeit so weit voraus waren? Vielleicht sahen für ihn die Zonen so aus:

Im Zwiebelkern ist immer noch unsere Komfortzone. Allerdings ist die bei sensibler Betrachtung nicht nur kuschelig-vertraut, sondern wenn wir uns ernsthaft darum bemühen, mental flexibel zu werden (oder zu bleiben), dann zerren in unserer Komfortzone zwei kräftige Mächte an uns: Der Angst- oder Abwehrmodus vor dem Neuen und Unbekannten und die Motivation und Neugier vor eben genau diesem Neuen und Unbekannten.
Die nur individuell zu beantwortende Frage lautet: Welche Kraft ist stärker? Welcher Kraft geben wir mehr Macht?

Entscheiden wir uns für Motivation und Neugier, dann geraten wir zwar immer noch in die Lernzone. Aber Lernen ist, wenn wir bewusst etwas Neues und Unbekanntes ausprobieren (und jede Verhaltensänderung z.B. ist erst einmal neu und unbekannt) vor allem eines: Irritierend. Sämtliche vorher gelernte Muster können wir nämlich nicht automatisch anwenden. Wer in dieser Irritationsphase jetzt der Kraft der Angst und Abwendung nachgibt, rutscht in die Komfortzone zurück.

Wer hier jedoch standhaft bleibt und die Irritation als eine völlig normale und menschliche Reaktion auf Neues und Unbekanntes annimmt, wird nach einiger Zeit tatsächlich eine Verhaltens- und/oder Denkänderung erleben. Das Neue wird vertrauter. Doch dadurch, dass wir etwas Neues, vormals Unbekanntes, in unser Leben integrieren, rutschen wir nun nicht in eine Panikzone, sondern in eine „Renaissance-Zone“.
Das bewusste Verlassen der Komfortzone bietet das wunderbare Geschenk einer kleinen „Wiedergeburt“. Das Verlassen der Komfortzone ermöglicht uns die schöpferisch-kreative Auseinandersetzung mit Neuem und Unbekanntem – und das ist immer auch ein kleiner Neuanfang.

Mit dem Bild der „Renaissance-Zone“ vor Augen, die Leonardo da Vinci sehr oft in seinem Leben erreicht haben muss, wird ein „Raus aus der Komfortzone“ zu einem kleinen aber bedeutenden Akt des Pioniergeistes.

Und wer die drei Komfortzonen – mental und körperlich – einmal im Schnelldurchlauf erleben möchte, braucht nur eine Sache zu tun: Einen Luftballon aufzublasen, bis er platzt.

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6 comments

  1. Liebe Frau Vogel.

    Ihr Text spricht mich sofort an.
    Denn er ist unglaublich treffend und mit einer klaren und lebendigen Sprache verfasst.
    Im Prinzip haben wir immer die Wahl zwischen dem versacken im Komfort oder der Evolution zu höherem sein und tun.
    Gerade in der heutigen Zeit, gibt es praktisch tägliche Veränderung.
    Gewohnheiten helfen mir zunächst, schwierige Situatioen tu meistern.
    Doch komme ich an meine Grenzen damit, gilt es neue denk und Handlungsweisen anzuwenden.
    Dass sie Leonardo da vinci erwähnen ist spannend, denn seine Werke Inspirieren auch nach Jahrhunderten, heute noch eine große Zahl von Menschen.

    Die einzige frage, die offen bleibt lautet. Von welchem Platz in mir treffe ich meine Entscheidungen, um die eine oder andere Richtung zu wählen?
    Lasse ich mich möglicherweise leiten von verheißungsvollen Angeboten, suche meinen Vorteil, um bspw noch besser und erfolgreicher zu sein?

    Oder gilt es vielleicht darum, eine ganz andere Entwicklung einzuschlagen, die mich näher zu meiner inneren Natur bringt?
    Einem Ort von dem aus Ich Entscheidungen treffen kann, die weitsichtig und ohne Eigenen Vorteil bedacht sind, sondern möglicherweise einfach getroffen werden, weil es sich gerade richtig anfühlt oder sogar der Allgemeinheit dienlich ist.
    Fragen, die gerade in der heutigen eine weitere Perspektive bieten.

    Den schnelldurchlauf würde ich so nicht ganz nachempfinden wollen… Dann doch lieber den Luftballon in den Himmel steigen lassen.
    Nette Grüße
    Stefan Weinbrenner

    Gefällt mir

    1. Lieber Herr Weinbrenner,

      vielen Dank für Ihren Kommentar und Ihre Gedanken zu dem Blogbeitrag. Ich stimme Ihnen zu: Die Frage nach dem Platz, von dem aus wir unsere Entscheidungen treffen, ist elementar. Ich persönlich glaube ja, dass es in Zukunft sehr darauf ankommen wird, dass wir wieder mehr im Einklang mit unserer inneren Natur sind, uns zurückbesinnen auf Werte, die fernab von Konsum und Leistung liegen – und deswegen nicht weniger wertschöpfend sind. Im Gegenteilt! Ich bin sehr gespannt, was der momentane Wandel bei uns allen langfristig bewirken wird und welche Veränderungen notwendig sein werden, um diesen Wandel ertragen und vor allem mit gestalten zu können.

      Inspirierte Grüße,
      Melanie Vogel

      Gefällt 1 Person

  2. Liebe Frau Vogel,
    ein wirklich sehr erfrischender und inspirierender Blog!
    Vielleicht interessiert sie diese Seite: unimedliving.com. Sie beschäftigt sich genau mit diesem Thema, wie kann ich diesen inneren Platz der bereit ist für Veränderung und stetigen Wandel mehr unterstützen und den Teil in mir der Angst und Panik hat mehr an die Hand nehmen und ‚betreuen‘ damit er mir weniger im Wege steht. Ein Thema was auch mich sehr beschäftigt und ich freue mich dass ich auf Ihre Seite aufmerksam gemacht wurde.
    Mit herzlichem Gruß,
    Judith Andras

    Gefällt 1 Person

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