[Blogparade] Zeitwahrnehmung und Produktivität | #Arbeitszeit | #ArbeitenVierNull

Zeitempfinden

Auf dem XING-Blog läuft zurzeit eine Blogparade zum Thema „Arbeitszeit“. Im Rahmen der Recherche zu meinem Futability®-Buch, habe ich mich intensiv mit dem Zeitphänomen auseinander gesetzt. Wir nehmen Zeit nämlich individuell unterschiedlich wahr. Diese unterschiedliche Zeitwahrnehmung hat enorme Auswirkungen auf das Thema Arbeitszeit und die Flexibilisierung, die in vielen Unternehmen gerade vorgenommen und gefordert wird.


Das Zeitgefühl der Menschen ist nicht nur von Mensch zu Mensch, sondern auch von Kultur zu Kultur unterschiedlich. In modernen, westlichen Gesellschaften sind wir geleitet von einem linearen Zeitverständnis. Zeiteinheiten sind präzise gegliedert. Östliche Kulturen oder Naturvölker sind von einem dynamischen Zeitverständnis geprägt. Sie nehmen Zeit zyklisch wahr d. h. in mehreren gleichzeitig nebeneinander existierenden Zeitlinien, der sogenannten Ereigniszeit. Nicht die Uhrzeit, sondern Aktivitäten und Ereignisse bestimmen den Tagesablauf und sie beginnen und enden nicht, wenn die Zeit abgelaufen ist, sondern wenn die Teilnehmer in gegenseitigem Einvernehmen das Gefühl haben, dass der Zeitpunkt zur Beendigung dieser Aktivität gekommen ist.

Wenn die Vorteile beider Zeitplanungs-Typen nicht erkannt und wertgeschätzt werden, führen die diametralen Gegensätze schnell zu Konflikten und Stress – nicht nur zwischen den Kulturen, sondern zunehmend auch innerhalb von Organisationen, denn die Globalisierung hat zu einer Durchmischung von Zeit-Kulturen geführt.

Mit diesem Zeitverständnis im Hinterkopf ist das Thema „Arbeitszeit“ komplexer, als es ohnehin schon ist. Denn neben der Implementierung flexibler Arbeitszeitmodelle sollte parallel auch geschaut werden, welche Zeitplaner im Unternehmen oder in den verschiedenen Teams vorhanden sind. Implementiert man Arbeitszeitmodelle, die dem linearen Zeitverständnis entsprechen, werden sich dynamische Zeitplaner nicht wahrgenommen fühlen und unzufrieden werden. Gleiches gilt, wenn Arbeitszeitmodelle eher dynamisch ausgerichtet sind. In diesem Fall werden die linearen Zeitplaner überfordert und gestresst.

Um die individuelle Arbeitszeit-Flexibilität zu stärken und Menschen zu mehr Flexibilität zu motivieren, ist es aus meiner Sicht notwendig, darüber aufzuklären, dass es

  • unterschiedliche Zeitplaner gibt und dass sie
  • auch unterschiedliche Anforderungen, Wünsche und Bedürfnisse an ihre Zeitplanung stellen.

Aufgrund dessen bietet es sich aus Unternehmenssicht an:

  • Arbeitszeitmodelle zeittypengerecht zu entwickeln und auszuschreiben,
  • Arbeitszeitmodelle lediglich als mögliche Vorschläge oder Grundgerüste vorzustellen und als Dienstleistung die Anpassung an individuelle Bedürfnisse anzubieten.

Menschen, die in dem von ihnen bevorzugten Zeitverständnis arbeiten können und in einem Umfeld tätig sind, in dem die unterschiedliche Zeitwahrnehmung wertgeschätzt wird, sind zufriedener, gesünder, motivierter – und damit automatisch produktiver.

Advertisements

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s