#VUCA – wo bleibt der Mensch? | #Transformation

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Ich lebe seit vielen Jahren gern und aus Überzeugung im Rheinland. Nicht nur, weil der Rhein in unserer Bonner Ecke ein wirkliches Kleinod ist – sondern auch weil die Lebenseinstellung der Menschen hier etwas Beruhigendes an sich hat. Das „Rheinisch Jrundjesetz“ (Das Rheinische Grundgesetzt) ist Teil der Mentalität in dieser Gegend und es liefert für jede Lebenslage einen Artikel. Zum Beispiel Artikel 5: „Nix bliev, wie et wor.“ „Es bleibt nichts wie es war“ – was so viel heißt wie: Sei offen für Neuerungen. Und im rheinischen Singsang ausgesprochen, schunkelt es sich in die neue Zeit deutlich einfacher, vor allem wenn die Frage immer offenkundiger wird: Wo bleibt bei aller Transformation, Digitalisierung und Industrie 4.0 eigentlich der Mensch?

5 Millionen Jobs könnte die industrielle Revolution laut einer aktuellen WEF-Studie in den nächsten fünf Jahren vernichten, so vermeldeten die Nachrichtenagenturen vor ein paar Tagen. Deutliche Worte und schockierende Zahlen – dabei ist schon lange klar, dass das Industriezeitalter und die Schaffung von Millionen Jobs bereits seit Jahren vorbei sind. Das digitale Zeitalter ist endogen – es speist sich aus sich selbst heraus und potenziert sich, je weiter die technische Entwicklung voran schreitet. Das kann nicht ohne Folgen bleiben – im Guten wie im Schlechten.

Unternehmen werden sich anpassen – und radikale Umstrukturierungen können und müssen in vielen Fällen die Folge sein, um das unternehmerische Überleben zu sichern. Das bedeutet, auch wir müssen uns anpassen – ob wir wollen oder nicht. Normalarbeitsverhältnisse werden der Vergangenheit angehören. Tätigkeiten werden nicht nur seit Jahren schon komplexer, sondern sie werden auch – seit Jahren schon – immer häufiger in Projekte zergliedert, damit Unternehmen flexibler und wandlungsfähiger agieren können.

„Veränderungen begünstigen nur den, der darauf vorbereitet ist.“ Dieses Zitat wird Louis Pasteur zugeschrieben und man könnte meinen, er hätte es erst kürzlich geäußert, so aktuell ist es gerade heute. Wir sollten anfangen, uns auf die Veränderungen vorzubereiten und uns aktiv mit der VUCA-Welt auseinander zu setzen. Wer im Augenblick den Kopf in den Sand steckt, verschafft sich keinen Überblick und verliert die Orientierung in dieser volatilen, ungewissen, mehrdeutigen und komplexen Welt.

In der Sprache der Zulu steht VUCA übrigens für „aufwachen“ im Sinne von:

  • Lernen
  • Wissen erwerben
  • Bewusstsein erweitern
  • Kreative Anpassung

Passender können sich VUCA und vuca kaum gegenüberstehen. Während die Abkürzung das Problem beschreibt, steht das Zulu-Wort für die Lösung. Ein modernes Homonym.

Was können wir also tun, um der VUCA-Welt vuca entgegenzutreten? Aus meiner Sicht wären – angelehnt an einige Artikel aus dem Rheinischen Grundgesetz – folgende Strategien sinnvoll:

  • Wat soll dä Quatsch?“: Die Vorherrschaft der Mathematik in Frage stellen
    Mit Artikel 9 des Rheinischen Grundgesetzes stellen wir immer die Universalfrage, die da lautet: Wann sind Algorithmen die Lösung für ein Problem – und wann sind sie geeignet, ein Problem zu vergrößern oder eines entstehen zu lassen? Wirtschaft ist – immer noch – von Menschen gemacht. Auch wenn Big Data anderes verspricht: Menschliche Entscheidungen und Emotionen können nicht in Nullen und Einsen zerlegt werden. Versuchen wir es doch, reduzieren wir die Komplexität und Dynamik menschlichen Verhaltens und versuchen, den Kunden in ein lineares Konzept zu pressen.
  • „Wat willste mache?“: Vergänglichkeit und Neuanfänge integrieren
    „Wat willste mache?“ heißt so viel wie „Füg dich in dein Schicksal.“ Schnellebigkeit und Dynamik der heutigen Welt zwingen uns dazu, uns mit Vergänglichkeit und Neuanfängen öfter, intensiver und bewusster auseinander zu setzen. Da wir die Schnelligkeit und Dynamik nicht aufhalten können, beschäftigen wir uns also damit und überlegen uns, wie wir individuell damit umgehen können und wollen.
  • Wat fott es, es fott.“: Abschied nehmen
    Jammer den Dingen nicht nach und trauere nicht um längst vergessene Dinge. Artikel 4 des Rheinischen Grundgesetztes ermutigt uns von Mustern, Schablonen, Vorhersagen oder Strukturen Abschied zu nehmen, die früher mal richtig und wichtig waren – heute aber nicht mehr passen. Kern der Herausforderung ist hier, mental flexibel zu bleiben und die Angst vor der Ungewissheit zu verlieren.
  • Mer muss sisch och jet jünne könne!“: Die eigene Balance finden
    Der Zusatz zum Rheinischen Grundgesetz – das Anti-Stress-Gesetz – fordert uns auf, sich selbst etwas zu gönnen, denn nur in einem gesunden Körper wohnt auch ein gesunder Geist. Will heißen: Um in einer VUCA-Welt vuca sein zu können, müssen wir zum einen unser inneres Gleichgewicht finden und zum anderen an den richtigen Stellen unseren Geist schulen. Je besser wir die VUCA-Welt verstehen, umso weniger fallen wir ihr zum Opfer.

 

 

Buchcover

 

SAVE THE DATE:

Am 12. Februar ist es soweit: Das Futability®-Buch erscheint unter dem Titel „Futability® – Wie sie Veränderungen und Transformationen bewältigen und selbstbestimmt gestalten“.

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