Zukunftsforscher Janszky: „Gabriels Digitalstrategie plant an der Zukunft vorbei“ | #Digitalisierung | #CeBIT2016

Der neue Mauerfall

(Pressemeldung) Einer der bekanntesten Zukunftsforscher Deutschlands, Sven Gábor Jánszky, hält die neue „Digitale Strategie 2025“ von Bundeswirtschaftsminister Gabriel für ein „Schrittchen in die richtige Richtung“. Wörtlich sagte Janszky: „Selbstverständlich ist es richtig, dass sich Deutschland eine Digitalstrategie gibt und signifikant Geld in den Ausbau der digitalen Infrastruktur leitet. Die meisten konkreten Planungen des Wirtschaftsministers entstammen aber leider den technologischen Vorstellungen der 90er Jahre. Damit plant er direkt an der Zukunft vorbei. Dies ist umso tragischer, als die Frage wie digitalkompetent die deutsche Wirtschaft in den kommenden Monaten wird, wesentlich darüber entscheidet, ob wir Deutschen in den kommenden Jahren einen steigenden oder sinkenden Lebensstandard erleben werden.“

Zukunftsforscher Janszky kritisierte insbesondere die Grundlage von Gabriels Strategie, den Ausbau der Breitbandversorgung durch ein breit verfügbares Glasfasernetz in ganz Deutschland. Der Bundeswirtschaftsminister will dafür dem Vernehmen nach bis zum Jahr 2025 etwa 100 Milliarden Euro ausgeben. Zukunftsforscher Janszky hält dies für eine Fehlinvestition in die falsche Technologie. Wörtlich sagte er: „Das politische Konzept den Internetbedarf Deutschlands per Glasfaserleitungen decken zu können, entstammt dem technologischen Stand der 90er Jahre. Damals wäre ein flächendeckender Glasfaserausbau sinnvoll gewesen. Heute ist es eine Investition in die Vergangenheit. Denn die Wahrscheinlichkeit dass der Bedarf Deutschlands an Breitbandinternetzugang im Jahr 2025 durch Glasfaserleitungen gedeckt werden kann, geht gegen Null. Wer heute beginnt in Glasfaser zu investieren, der verpasst die Zukunft,“ so der Trendforscher.

Breitbandinternetversorgung erfolgt 2025 über Satellit: Ein neuer Mauerfall!
Die Alternativen sind laut Janszky bereits heute sichtbar. Im Jahr 2025 werde die Internetversorgung der Weltbevölkerung aus dem All gesichert: „Die weltgrößten Technologieunternehmen folgen derzeit einer fundamentalen Strategie. Egal ob Google, Facebook oder Qualcom … sie alle arbeiten daran, Minisatelliten in den niederen Orbit zu schicken. Die ersten 12 dieser Satelliten sind schon im All. Sie versorgen derzeit kleine Inselstaaten und Kreuzfahrtschiffe. Mit einer Flotte von etwa 650 Minisatelliten lässt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit die komplette Welt mit Internet aus dem All versorgen.“ Mark Zuckerberg und Elon Musk haben mit ihren Ankündigungen, auf diese Weise das Internet in die dritte Welt zu bringen, die Zeitungsseiten weltweit gefüllt.

Ihre Vision ist bekannt: „Connection the other 3 billion“ … jene Hälfte der Menschheit mit Internet zu versorgen, die bislang keine Chance auf die am wichtigsten werdende Infrastruktur hat. Zukunftsforscher Janszky: „Diese Internetversorgung aus dem niederen Orbit wird weltweit zu einer Veränderung führen, die die Dimensionen deutschen Mauerfalls weit überschreitet. Erstens wird sie jenen Menschen eine neue Informationsfreiheit bringen, die bisher von den Informationsströmen der Welt abgeschnitten sind. Zudem wird sie der weltweiten Wirtschaft neue Absatzmärkte bringen … genau wie damals beim Zusammenbruch des Ostblocks. Nur dass es diesmal nicht nur hunderte Millionen Menschen betrifft, sondern etwa 3 Milliarden.“

Nehmt das Geld und startet eine europäische Satellitenflotte zur Internetversorgung!
Dieses New-Galactic-Space-Race ist vermutlich aktuell die größte Vision der internationalen Technologieszene. Sie wird binnen zehn Jahren umgesetzt werden. Und sie wird dabei nicht nur die dritte Welt verändern, sondern auch die Internetversorgung der deutschen Regionen. Janszky wörtlich: „Eine deutsche Digitalstrategie wäre gut beraten, wenn Sie die geplanten 100 Milliarden einsetzt, um die deutschen Regionen möglichst schnell an diese neue Technologie anzuschließen und wenn sie versuchte gemeinsam mit der deutschen Wirtschaft zu verhindern, dass dann einige wenige US-Konzerne nicht nur die Macht über die Inhalte, sondern ebenso die Macht über die Verbreitungswege haben. Kurz gesagt: Nehmt das Geld und startet damit eine europäische Satellitenflotte zur Internetversorgung.“ (Pressemeldung Ende)

 

Dem kann ich nur zustimmen. Die Nachricht, dass Facebook plant, mit 11.000 Dronen Afrika zu vernetzen, stammt übrigens schon aus dem Jahr 2014. Der Kauf einer Dronen-Fabrik wurde damals angekündigt. Jetzt – fast auf den Tag genau zwei Jahre später – darf man getrost davon ausgehen, dass dieses Vorhaben schon konkrete Formen angenommen haben wird.

Wenn ich überlege, dass ich regelmäßig Rückmeldung von Menschen aus Deutschland bekomme, die an unsren kostenfreien Webinaren nicht teilnehmen können, weil sie in ländlichen Gebieten wohnen, wo die Internetverbindungen so schlecht ist, dass eine Übertragung von Bild und Ton nicht möglich ist, wenn ich überlege, dass es Regionen gibt, wo Unternehmen abwandern müssen, weil die Internetversorgung die Anbindung an das 21. Jahrhundert unmöglich macht, sträubt sich mir das Nackenfell!

Und wir reden bei all dem „nur“ über den Aufruf von Webseiten und die Teilhabe an kostenfreier Weiterbildung. Wir reden noch nicht von 3D-Druck, zunehmender Digitalisierung, weltweiter Vernetzung etc. pp. In bestimmten Regionen in Deutschland werden diese Trends nicht umgesetzt werden können, weil der Zugang zum Internet fehlt. Im Jahr 2016 mutet das an wie ein übler Schildbürgerstreich… Und von einer Investition bis 2025 zu sprechen ist absurd! Schon lange vorher werden Anbieter wie Google oder Facebook andere Lösungen gefunden haben.

Es ist das verdammte Rennen von Hase und Igel… Irgendeiner „ist schon da“ – und Herr Gabriel mit seinen Plänen wird es definitiv nicht sein…

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