Schöpferisches Unternehmertum als Anpassungsstrategie | #ArbeitenVierNull | #Kreativität

Selbständigkeit

5 Millionen Jobs könnte die industrielle Revolution laut einer aktuellen WEF-Studie in den nächsten fünf Jahren vernichten, so vermeldeten die Nachrichtenagenturen im Januar 2016. Und ob diese Zahlen nun stimmen oder an den Haaren herbeigezogen sind, wie eine Blitzumfrage auf meinem Blog ergab (zur Erinnerung: 66,7% hielten die Zahlen für übertrieben, 19,4% stimmten der WEF-Studie zu und 13,9% fanden die Zahlen sogar zu niedrig) – eines ist klar: Die Arbeitswelt wird sich verändern.

In den USA verkaufen  heute schon 53 % der arbeitenden Bevölkerung ihre Kompetenzen über Freelancing oder im Einzelunternehmertum – Tendenz steigend. Und auch in Deutschland ist das „Mikro-Unternehmertum“ auf dem Vormarsch. 2013 zählte das Statistische Bundesamt in Deutschland 2,2 Millionen Einzelunternehmer mit maximal bis zu 9 Mitarbeitenden. Experten vermuten, dass bis zum Jahr 2020 die Hälfte der arbeitenden Bevölkerung weltweit auf selbständiger Basis tätig sein wird.

Am Beginn des 21. Jahrhunderts durchläuft der Arbeitsmarkt in den Industrie-Nationen offensichtlich eine Evolutions-Stufe und verlangt einen neuen Player auf dem Arbeitsmarkt, der die Arbeitswelt in Zukunft dominieren und entscheidend verändern wird: Der schöpferisch tätige Kreativarbeiter. Schöpferisch Arbeitende sind talentierte Menschen, denen Veränderungen keine Angst machen. Sie sind in der Lage, eigenverantwortlich, kreativ, flexibel und wandlungsfähig zu agieren. Sie sind fähig, divergente Verbindungen herzustellen – also quer zu denken, Fragen zu stellen und sich nicht mit dem aktuellen Status Quo zufrieden zu geben.

Und die Wirtschaft braucht sie, diese Kreativarbeiter, denn gesucht sind zunehmend Menschen, die – mit ständig wechselnden Anforderungen konfrontiert – schnell, kreativ und kompetent auf Veränderungen reagieren können und flexibel einsetzbar sind.

Vor allem große Konzerne merken zunehmend, dass ihre hierarchischen Führungssysteme in der schnelllebigen Welt zu unbeweglich sind und kleinere, schlagkräftigere Unternehmen, Start-ups, Spin-offs oder „Projektler“ – Menschen, die sich für bestimmte Projekte für einen klar definierten Zeitraum zusammenfinden – beweglicher sind, kreativere Ergebnisse erzielen und vor allem mit einer Schnelligkeit trumpfen können, die extreme Wettbewerbsvorteile verschafft.

Der klassische Kreativarbeiter definiert sich über ein hohes Maß an Selbstbestimmtheit und Leidenschaft für die Aufgabe, das Projekt oder den Job. Kreativarbeiter bringen die Bereitschaft mit, die Arbeit und sich selbst immer wieder zu erfinden und ihr Können und ihre schöpferische Kraft in neuen Business-Kontexten eigenverantwortlich anzuwenden und weiterzuentwickeln. Das wichtigste Kapital und die größte Kraftquelle sind dabei die eigenen Stärken, Talente, Wissen und Erfahrungen – aber auch Beziehungen, Netzwerke und Schnittstellen zu anderen Menschen. Der Kreativarbeiter wird zum Projektverantwortlichen seines Lebens, seiner Qualifikationen und Passionen. Wer diese Kompetenzen mitbringt und beständig weiter ausbaut, wird sehr schnell feststellen, dass der schöpferische Mehrwert – in beruflicher und privater Hinsicht – nicht mehr zwingend im klassischen Angestelltenverhältnis zu finden ist.

Talentierte Querdenker und Menschen, die mit einer Welt der Transformation und Veränderung pro-aktiv und kreativ umgehen können, werden heute und in Zukunft hoch gehandelt. Gedankliche Mobilität und die Bereitschaft sich, wenn nötig, beruflich immer wieder neu zu orientieren und an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen, sind ein fast schon unbezahlbares Kapital geworden.

Schöpferisches Unternehmertum“ – das ist meine feste Überzeugung – ist vor dem Druck einer veränderungsstarken und schnelllebigen (Wirtschafts-)Welt eine in vielen Fällen strategisch sinnvolle und clevere Anpassungsstrategie, um den Veränderungen der Arbeitswelt selbstbewusst zu trotzen.

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