#Brexit: Es war eine Abstimmung über #Visionen | #VUCA | #Kommentar

Die Briten sind raus! Ein Wunder? Nein. Ein Schock? Nur für die, die die Macht der Visionen immer noch unterschätzen.

Unsere Welt ist VUCA. Volatil, unsicher, komplex und mehrdeutig. Das macht Angst, vor allem dann, wenn gleichzeitig Systeme korrupt, intransparent und unverständlich werden für den Bürger, dem die großen Zusammenhänge nicht erklärt werden.

Eine VUCA-Welt braucht klare Visionen. Die hat die Europäische Union schon lange nicht mehr zu bieten. Seit Jahren dominiert der schnöde Mammon das „European Business“. Streit und Misstrauen sind an der Tagesordnung. Unklare Machtverhältnisse, die Korruption Tür und Tor öffnen, ein menschenunwürdiger Streit um die Flüchtlinge – all das macht wenig Lust auf Europa. Denn was fehlt, ist die europäische Vision. Ein vereintes Europa ohne emotionale Anreize lädt Menschen nicht dazu ein, gemeinsam schwierige Zeiten durchzustehen. Europa fehlt der Glanz der Anfangsjahre, das Ziel einer friedlichen Region, eines gemeinsamen, grenzoffenen Lebensraums, mit dem sich Europäer identifizieren können, ohne ihre eigene nationale Identität aufgeben zu müssen.

Eine großartige Idee, wie ich nach wie vor finde. Aber sie wurde in den Dreck gezogen, missbraucht, überreguliert. Doch Europa fehlen nicht nur Visionen, ihr fehlen auch Visionäre. Charismatische, fähige Menschen, die sich nicht im Politgewirr und Geschacher um Posten und Finanzen verlieren, sondern immer wieder aus dem Dickicht der Unstimmigkeiten auftauchen, den Blick über den Horizont werfen und damit auch in die Zukunft schauen und den Menschen erklären, wofür das alles dient.

Der Brexit zeigt eines ganz deutlich: Visionen sind nicht auf Geld und Angst vor finanziellen Turbulenzen gebaut. Im Zweifel nehmen die Menschen beides in Kauf, wenn sie gelockt weren mit einer emotionalen Vision.

Offensichtlich zählt Freiheit mehr als dieZugehörigkeit zu einer Währungs- und Finanzgemeinschaft zu der die EU mutiert ist. Dabei sollte gerade die Europäische Union den Menschen Freiheit und Frieden bringen.

Der heutige Tag zeigt: Die EU-Befürworter haben versagt. Sie sind kläglich gescheitert. Nicht, weil sie keine Argumente für den Verbleib hatten, sondern weil ihren Argumenten die Emotionen fehlten und die große, verbindende Vision.

Der Austritt der Briten ist ein Schlag ins Gesicht. Und er ist nicht der richtige Schritt. Für Europa zuträglicher wäre gewesen, wenn die Brexit-Befürworter nicht für den Brexit, sondern für vehemente Anstrengungen plädiert hätten, die Idee von Europa zu reformieren und ins 21. Jahrhundert zu katapultieren.

Erste Stimmen, die nun wollen, dass an den Briten ein Exempel statuiert wird, um Nachahmer zu verhindern, haben nicht unrecht. Aber auch sie werden kläglich scheitern, wenn sie jetzt nicht anfangen, Europa wieder eine emotionale Zukunft, eine Vision, einzuhauchen. Dazu, so fürchte ich sehr, fehlen uns die entsprechenden Leader.

Europa steht auf Messers Schneide. Es ist ein trauriger VUCA-Tag für unseren Kontinent.

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One comment

  1. Sehe ich absolut genauso. Die Vision ist hinter Kleingeist und nationalem Egoismus verkümmert. Sie muss wieder ans Tageslicht und braucht ein glaubwürdiges Gesicht. Martin Schulz könnte so ein Gesicht sein. Aber nur wenn auch alle Länder die gemeinsame Vision (Frieden, Freundschaft und füreinander einstehen) transportieren wollen.

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