Transformation: Diese 2 Herausforderungen sollten Sie kennen

Seit Anbeginn der Menschheit kannten Fortschritt und Entwicklung nur eine Richtung: Nach vorne und weiter, immer weiter. Im Laufe der letzten Jahre und Jahrzehnte haben wir uns dabei zunehmend selbst in ein Dilemma manövriert, denn mit jeder technischen Entwicklung setzen wir weitere technische Entwicklungen in Gang und potenzieren damit den Wandel und die Vergänglichkeit von Produkten und Bedürfnissen in nie gekanntem Ausmaß und Geschwindigkeit. Dieser transformationale Change bleibt nicht ohne Folgen und zwar aus zwei Gründen.

  1. „The Big U“ – das große Unbekannte
    Jede neue vom Markt akzeptierte Technologie verändert Menschen, Gewohnheiten, Konsum- oder Kommunikationsverhalten. Welche Auswirkungen die jeweilige Technologie jedoch genau haben und welche Lebensbereiche sie betreffen wird, ist bei Entwicklung und Markteinführung weitestgehend unbekannt. Wir können heute in vielen Bereichen nur ahnen, welche Folgen die weitere Digitalisierung haben wird. Wir können vermuten, dass sich der 3D-Druck auf Produktions- und Logistikketten radikal auswirken wird. Und wir können sicher sein, dass die Künstliche Intelligenz die Frage nach der Wertschöpfung des Menschen neu definieren wird. Mit welchen Folgen und in welche Richtung ist jedoch in sehr vielen Bereichen unklar.
    Daher ist jede Einführung einer neuen Technologie durch Versuch und Irrtum gekennzeichnet – und zwar so lange, bis genügend Informationen und Erfahrungen vorliegen, die es uns ermöglichen, neue Muster und Gewohnheiten zu skizzieren und die mit der Technologie einhergehende Veränderung zu kontrollieren.
    Bis zu diesem Zeitpunkt ist es jedoch nahezu unmöglich, technologische  Transformationen mit vorgegebenen, zeitgebunden und linearen Projektpläne zu „managen“. Unternehmen können zwar eine übergreifende Änderungsstrategie haben, aber die tatsächliche Transformation muss dann gemanagt werden, wenn sie „auftaucht“ – also just-in-time. Das bedeutet, dass Führungskräfte, Manager und Belegschaften gleichermaßen im selben Boot sitzen, was Flexibilität, Veränderungs- und Anpassungskompetenz angeht. Sie müssen nämlich alle in der Lage sein, im Unbekannten das Berechenbare zu suchen und daraus ad hoc Maßnahmen zu entwickeln, die dem Transformations-Prozess dienlich sind. Das Problem dabei: „Fundamentale Transformationen spielen sich so langsam und in so langen Zeiträumen ab, dass man ihre Bewegungen nicht in einem üblichen Wortsinne sehen“ So schreibt es Fredmund Malik in seinem Buch „Navigieren in Zeiten des Umbruchs“.
  2. Innere Weltbilder verändern
    Oftmals schafft die Einführung und Akzeptanz einer (disruptiven) Technologie Zustände, die so radikal anders sind als der aktuelle Zustand, dass Menschen und die Kulturen sich verändern (müssen).  Wer heute noch das Internet unterschätzt oder auf den Gebrauch von Computern im Arbeitsalltag verzichtet, dem kann man definitiv Standhaftigkeit unterstellen. Ob diese Haltung jedoch (wirtschaftlich) klug ist, darf man bezweifeln. Wer sich damals mit Händen und Füßen gegen das Automobil wehrte, weil er sich gerade eine neue Kutsche und die passenden Pferde gekauft hatte, wurde mit Zunahme des Automobilverkehrs irgendwann von der Straße verdrängt.
    Disruptive Technologien erfordern und erzwingen neue Mentalitäten, neue Verhaltensweisen und neue Gewohnheiten. Unternehmen, Führungskräfte, Politik, Gesellschaft und Individuen müssen daher fast immer ihre Weltbilder hinterfragen und anpassen, um weiterhin nicht nur Teil dieser neuen Zukunft  sein zu können, sondern auch, um sie produktiv und sinnstiftend mit gestalten zu können. Ohne die Verschiebung und Veränderung dieser „inneren“ Weltbilder  (Mentalität und Kultur), kann die „externe“ Umsetzung neuer Strukturen, Systeme, Prozesse oder Technologien nicht ihren beabsichtigten ROI erzeugen.

 

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