Kultivieren von Alltags-Kreativität: Diese 5 Tipps helfen

Die Forschung unterscheidet zwischen sogenannter „Alltagskreativität“ („everyday creativity“ oder auch „little c“) und bahnbrechenden, schöpferischen Leistungen („Big C“). Unsere Alltags-Kreativität können wir kultivieren. Diese 5 Tipps können dabei helfen.

  1. Verwenden Sie Ihre tägliche Umgebung als Quelle der Inspiration und Anregung für kreative Ideen.
    Diese tägliche Quelle ist meistens nicht der Arbeitsplatz, denn hier haben wir zu viele Muster und Gewohnheiten, die unser Gehirn daran hindern, neue Querverbindungen herzustellen. Immer dann wenn Sie jedoch aus dieser Alltagsumgebung ausbrechen – beim Einkaufen, bei einem Kundenbesuch oder Stadtbummel, einem Ausflug oder einer Urlaubsreise – ist ihr Gehirn offen für neue Impulse. Oft bekomme ich Impulse, wenn ich kreative Geschäfte sehe, ein lustiges oder inspirierendes Schild, eine besondere Skulptur oder eine Werbung, die mich anspricht. In diesem Fall fotografiere ich, was ich sehe. In einer eigens dafür angelegten Dropbox habe ich mittlerweile Hunderte von Bildern gesammelt. Nicht alle kommen zum Einsatz – manche aber schon. Hier eine kleine Auswahl:Zitat Innovation.jpg

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  2. Wenn Sie Ideen haben – und seien sie noch so flüchtig – schreiben Sie sie auf.
    Viele Kreativ-Trainer empfehlen, immer Notizbücher bei sich zu tragen. Das habe ich in verschiedenen Varianten probiert – für mich funktioniert das nicht. Wenn ich unterwegs bin, will ich mit möglichst wenig Gepäck und Gewicht reisen. Ich schicke mir daher meine Ideen als eMails. Entweder setze ich sie dann sofort um, wenn ich wieder zu Hause bin oder ich übertrage sie auf einen virtuellen „Parkplatz“. Der Vorteil ist, dass sich diese Idee dann gewissermaßen schon zwei Mal durch mein Gehirn gräbt – einmal durch das Schreiben der Mail und dann beim Übertragen auf den Parkplatz bzw. beim Abarbeiten dieser eMail. Die Idee hat so mehr Zeit zu reifen.
  3. Erkennen Sie die Information hinter der Information.
    Die tägliche Flut an Informationen führt dazu, dass wir Informationen häufig nur noch konsumieren – und das möglichst schnell und daher meistens oberflächlich. Auch die Medien selbst haben sich diese Unart zu eigen gemacht und bieten immer weniger Hintergrundinformationen. Wir können uns damit abfinden – müssen das aber nicht. Ich habe mir angewöhnt, zu einem Thema, das mich interessiert, zu recherchieren und das nicht nur auf deutschen, sondern auch auf englischsprachigen Webseiten. Anglo-amerikanische Vordenker, Kreative und Leadership-Experten haben sehr oft einen völlig anderen Blickwinkel auf bestimmte Themen. Es ist hochinteressant und sehr inspirierend, von diesen Blickwinkeln zu lernen und sie in eigene Überlegungen und die eigene Kultur zu integrieren. Graben Sie sich daher tiefer in Verbindungen, Verknüpfungen und Einsichten um die Information hinter der Information zu erkennen.
  4. Fragen Sie nach dem „Warum?“
    Warum ist eines der wichtigsten, vielleicht sogar das wichtigste Fragewort, um Dingen auf den Grund zu gehen. Warum hinterfragt die Welt und den Status Quo. Ich gebe Ihnen mal ein Beispiel:
  • Wann haben Sie zum letzten Mal Unbekanntes erforscht?Die Frage ist klar definiert – vielleicht können Sie sogar ein konkretes Datum dahinter setzen. Jetzt frage ich Sie zusätzlich aber:
  • Warum ist das schon so lange her?
  • Warum machen Sie das nicht regelmäßig?
  • Warum irritiert Sie die Frage (falls Sie Irritation empfinden)?
  • Warum fällt es Ihnen so schwer (oder so leicht) die Fragen zu beantworten?Und hier werden die Antworten schon kniffliger. Meistens ist es mit einer Begründung nicht getan. Wir müssen graben und Argumente von mehreren Seiten beleuchten, um eine zufriedenstellende Antwort zu finden. Durch die konsequente Frage nach dem Warum kommen wir tiefer liegenden Prozessen auf die Spur – und auch das führt zu (mehr) Kreativität.
  1. Nehmen Sie Druck raus.
    Ideen haben eine Inkubationszeit. Das heißt, nicht alles, was Ihnen in diesem Moment an Gedanken durch den Kopf geht oder an Inspiration buchstäblich über den Weg läuft, lässt sich sofort in lukrative Produkte oder Dienstleistungen umsetzen. Manche Ideen zünden sofort – andere nie. Nehmen Sie als Beispiel diesen Blogartikel. Die Idee zu diesem Artikel ist – halten Sie sich fest – zwei Jahre alt. Sie kam mir während der Recherche zu meinem Buch „Futability® – Wie Sie Veränderungen und Transformationen bewältigen und selbstbestimmt gestalten“. Das Wiedererlangen bzw. die Kultivierung von Kreativität spielt in dem Buch eine sehr große Rolle. Es ist nur kein Buch über Kreativität, sondern über Veränderung, daher hatten Tipps zum Thema Alltags-Kreativität dort keinen Platz. Die Idee kam also auf meinen virtuellen Ideen-Parkplatz und schlummerte dort zwei Jahre vor sich hin. Akut wurde sie, als ich den Aufruf zur Blogparade „Der Wert von Ideen“ las – und beschloss, mitzumachen.

Manchmal nehmen sich Ideen ihre Zeit. Lassen Sie sie!

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2 Kommentare

  1. Hallo Melanie,
    ein wirklich guter Artikel! Interessant finde ich Tipp Nr. 2: E-Mail an sich selbst schreiben.
    Das werde ich mal ausprobieren, vielleicht auch als Voice-Mail, à la Diktiergerät 🙂

    Danke für die Tipps!

    Friedrich

    Gefällt mir

    1. Hallo Friedrich,

      lass mich gern mal wissen, ob es mit dem Diktieren klappt. Ich habe das ganz am Anfang auch mal probiert – bei mir war das nicht so erfolgreich, weil ich immer wieder vergaß, mir dann die Sprachhachrichten anzuhören… :-D.
      Danach habe ich dmit aufgehört – aber wenn Du andere Tricks „auf Lager“ hast, bin ich interessiert, von Dir zu lernen.

      Liebe Grüße,
      melanie

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