5 Tipps, wie Sie Menschen von Ihrer Idee überzeugen können

Einer meiner Studenten kam kürzlich ganz frustriert zu mir. Er wollte seine Bachelor-Arbeit über die disruptiven Elemente der Elektromobilität schreiben. Sein Professor jedoch schmetterte die Idee ab mit der Begründung, Elektromobilität sei nicht disruptiv. Nun kann man darüber sicherlich trefflich streiten. Interessant ist jedoch die unbeugsame Haltung eines Professors, der sich offensichtlich von der Begeisterung meines Studenten nicht hat anstecken lassen. Ich gab meinem Studenten für ein weiteres Gespräch die folgenden 5 Tipps an die Hand.

Ideen sind etwas Heiliges. Sie wachsen und gedeihen in einem kreativen Geist über Wochen, Monate – und manchmal sogar über Jahre und Jahrzehnte. Wer über einen so langen Zeitraum mit einer Idee „schwanger geht“ vergisst oft, dass anderen Menschen der Ideenprozess völlig fremd ist.

Warum es zu der Idee kam, welche Auswirkungen die Idee haben könnte und warum es sich lohnt, diese Idee zu verfolgen, wird bei der Ideenpräsentation häufig weder erwähnt noch thematisiert. Das ist auch verständlich, denn all diese Fragen hat sich der Ideengeber über einen langen Zeitraum  ja meisten schon hinlänglich selbst beantwortet. Diese Prozesse sind für ihn oder sie abgeschlossen – und sehr häufig auch gar (mehr) nicht im Bewusstsein.

Um andere Menschen von der eigenen Idee zu überzeugen, ist es jedoch notwendig, den Film der Ideenfindung quasi noch einmal rückwärts abzuspielen und fünf grundlegende Fragen zu beantworten.

  1. Welches Ziel verfolge ich mit meiner Idee?

Menschen mit Ideen sind aus sehr vielen Gründen angetrieben – vom Durst nach Ruhm und Reichtum bis hin zum Wunsch, die Welt zu verändern. Disruptive Ideen schaffen im Regelfall einen deutlichen Mehrwert für die Menschen und haben einen nachhaltigen Einfluss auf ihr Leben. Fragen Sie sich daher: Welche positiven Veränderungen kann meine Idee anstoßen? Wem möchte ich mit meiner Idee helfen? Warum ist meine Idee sinnvoll? Je stärker Sie Erwartungen, Aussichten und Vorstellungen anderer Menschen im Blick haben, die von ihrer Idee profitieren sollen, umso größer wird der Einfluss sein, den Ihre Idee haben kann.

  1. Welche Geschichte steckt hinter der Idee?

Um Menschen von Ideen zu begeistern, müssen Sie Emotionen wecken. Emotionen wecken Sie nicht durch Zahlen, Daten und Fakten, sondern durch Geschichten die fesseln, neugierig oder betroffen machen. Erzählen Sie daher eine persönliche Geschichte, die unmittelbar mit Ihrer Idee zusammenhängt. Warum sind Sie auf die Idee gekommen? Welche Auslöser gab es? Wenn Sie Menschen mit ihrer Idee emotional berühren können, werden sie Ihrer Idee Aufmerksamkeit schenken.

  1. Habe ich meine Idee ausreichend untermauert?

Jede Idee, die Normalitäten durchbricht und das Potenzial hat, disruptiv zu sein, wird von einem Großteil der Menschen erst einmal abgelehnt. Das ist normal, denn Ideen, die einen solchen Sprengstoff in sich tragen, zerren Menschen aus ihrer Komfortzone. Wenn Sie Ihre Idee präsentieren ist es daher wichtig, dass Sie sich genau überlegen, welche Ängste oder Vorbehalte Ihre Idee schüren könnte. Was müssen die Menschen vermutlich hören, damit die Ängste und Vorbehalte gar nicht erst entstehen? Achten Sie bei Ihrer Präsentation auf „Nebentöne“ – Gestiken oder Mimiken, die Unwohlsein ausdrücken könnten. Reagieren Sie direkt – und jetzt untermauern Sie Ihre Idee auch mit Informationen und Fakten. Wenn Sie zeigen Sie, dass Sie wissen, worüber Sie sprechen, wecken Sie Vertrauen.

  1. Wen will ich mit meiner Idee wirklich erreichen?

Viele Erfinder und kreative Köpfe sprudeln über vor Ideen – und vermarkten keine einzige. Das liegt sehr oft daran, dass sie im Kreativprozess steckenbleiben und sich nicht überlegen, wie aus der Idee eine wirkliche Innovation werden kann. Um erst gar nicht in dieses Dilemma zu rutschen, ist es wichtig sich zu überlegen, wen Sie mit Ihrer Idee wirklich erreichen wollen. Wie sieht der Prototyp Ihres Kunden aus? Welche Eigenschaften bringt er mit? Welche Bedürfnisse sollen bei ihm geweckt werden? Wessen Denken und Verhalten wollen Sie am meisten beeinflussen? Je klarer Sie Ihre Zielgruppe(n) im Fokus haben, umso schneller und direkter erhalten Sie Feedback, ob Ihre Idee in der Zielgruppe ankommt.

  1. In welchem Kontext steht meine Idee?

Die wenigsten Ideen sind komplett original. Viele sind Verbesserungen von vorhandenen Produkten oder Dienstleistungen und treffen auf einen Nährboden von bereits bekannten Denk- und Handlungsmustern potenzieller Kunden. Kommunizieren Sie den Kontext, in dem Ihre Idee einzuordnen ist. Geben Sie den Menschen mentale Ankerpunkte, an der diese Ihre Idee befestigen können. Sie helfen damit den Menschen und auch Ihrer Idee zu einer höheren Akzeptanz.

Ob mein Student im Folgegespräch mit seinem Professor all diese Punkte berücksichtigt hat, weiß ich nicht. Er teilte mir später nur frustriert mit, sie hätten sich „aus Zeitgründen auf einen  Kompromiss geeinigt“…

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