Vertrauen – der wirkliche Vermögenswert in VUCA-Welten

Vertrauen ist – theoretisch – unerschöpflich. Wir können uns 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche, 365 Tage im Jahr unseres Vertrauens bedienen – und es kostet uns nur: Vertrauen. Vertrauen müsste daher einer der am höchsten gehandelten Werte in unserer Gesellschaft sein, doch das Gegenteil ist der Fall. Fast überall schwindet das Vertrauen. Ein echtes Problem in einer unberechenbaren VUCA-Welt.

Niklas Luhmann, ein deutscher Soziologe und Gesellschaftstheoretiker, hat mal gesagt, Vertrauen sei  ein „Mechanismus der Reduktion von sozialer Komplexität“ der dem einzelnen dazu diene, in seiner Umwelt handlungsfähig zu bleiben.

Vertrauen benötigen wir also vor allem in der heutigen VUCA-Welt – in komplexen Situationen, wenn wir Risiken nicht abschätzen können und das Ergebnis nicht kontrollierbar ist. In der heutigen Arbeitswelt müssen wir häufig Ad-hoc-Entscheidungen treffen, von denen wir zum Zeitpunkt der Entscheidung nicht sagen können, ob sie von Erfolg gekrönt sein werden oder nicht.

Im Idealfall können wir in solchen Situationen unseren Mitmenschen, Institutionen und Organisationen vertrauen. Denn je komplexer und dynamischer unsere Umwelt ist, je weniger uns unsere Erfahrungen helfen, aktuelle oder zukünftige Probleme zu lösen, umso mehr müssen wir uns auf andere Menschen verlassen können, um Ziele zu erreichen.

Im besten Fall vertrauen wir aber auch uns selbst, unserer Intuition und darauf, dass wir die Tragweite der Entscheidung und ihre möglichen Folgen bewältigen können.

Fehlt uns das Vertrauen in uns selbst, unsere Mitmenschen und Organisationen, sind wir unfähig, Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig erhöht sich die Komplexität, denn vom Misstrauen gekennzeichnete Beziehungen und Arbeitsumgebungen verlangen Absicherungen auf allen Ebenen.

Mangelndes Vertrauen ist daher auch ein erheblicher wirtschaftlicher Kostenfaktor. In einem Umfeld, das von Misstrauen geprägt ist, herrschen Angst und Unsicherheit. Vermutungen, Verdächtigungen, Schuldzuweisungen, Vorwürfe, Desinteresse, taktische Winkelzüge und Frustration sind an der Tagesordnung. Arbeitsprozesse verlangsamen sich oder kommen im schlimmsten Fall gänzlich zum Erliegen. Kooperative Zusammenarbeit ist nicht (mehr) möglich und auch Kunden- und Lieferantenbeziehungen werden durch eine gestörte Vertrauensbasis in Mitleidenschaft gezogen.

Stephen M.C. Covey hat in seinem Buch „Schnelligkeit durch Vertrauen“ den Zusammenhang zwischen Vertrauen, Kosten und Schnelligkeit wie folgt dargestellt:

  • Sinkt das Vertrauen, sinkt auch die Schnelligkeit, während die Kosten steigen.
  • Steigt das Vertrauen, steigt auch die Schnelligkeit, während die Kosten sinken.

Es ist egal, welche Beziehungskonstellationen wir betrachten – privat, beruflich, politisch oder gesellschaftlich – es läuft immer auf folgende Erkenntnis hinaus:

Vertrauen ist unbezahlbar – mangelndes Vertrauen auch.

Vertrauen aufzubauen braucht sehr viel Zeit. Vertrauen unwiderruflich zu zerstören geht innerhalb ganz kurzer Zeit.

Und Change-Prozesse scheitern immer dann, wenn die Grundlage der Unternehmenskultur von Misstrauen geprägt ist.

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