Moonshots – 4 Tipps für den Griff nach den Sternen

Meiner letzten Studentengruppe stellte ich die Frage nach ihren „unverschämten Zielen“. Heraus kamen individuelle Moonshots – Ziele, die den Studierenden heute noch unmöglich erscheinen, sie aber so sehr antreiben, dass sie ihre ganze Energie kanalisieren, um diese Ziele zu erreichen.

  • „Ich werde der erste Präsident der Vereinigten Staaten von Europa.”
  • „Über mich wird ein Buch geschrieben, weil ich ein Medikament gegen Krebs gefunden habe.”
  • „Ich entwickle ein psychologisches Konzept, das es heute noch nicht gibt.”
  • „Nach mir wird ein Tier benannt.”

Das waren einige der „unverschämten Ziele“, welche die Studierenden im Rahmen eines 3-tägigen Seminars zum Thema „Futability®“ in Gesprächen und Übungen für sich entwickelten.

Unverschämte Ziele sind Ziele, die – vergleichbar der Moonshots – so unmöglich erscheinen, dass man ob der Unerreichbarkeit verzweifeln könnte. Doch diese Verzweiflung tritt im Regelfall nicht ein, wenn die intrinsische Motivation dahinter so stark ist, dass sie den Menschen durch alle Höhen und Tiefen der Realisierung trägt. Unverschämte Ziele geben eine langfristige (Lebens-)Richtung vor und helfen, die Zukunft visionär und emotional vor dem inneren Auge als Film abzuspielen.

Diese eigene kleine Heldenreise haben meine Studierenden durchlaufen – mit erstaunlichen Effekten. Sie wirkten danach vitalisiert und betrachteten ihr Studium (das ihnen vorher wie eine Last erschien) plötzlich nur noch als eine Art „durchlaufenden Posten“ auf dem Weg zum Ziel. Jede/r von ihnen konnte die unverschämten Ziele nicht nur benennen, sondern auch klar und überzeugend begründen, warum dieses Ziel zu ihnen passte, weshalb sie in der Lage sein würden es zu erreichen – sogar die ersten Schritte auf dem Weg dahin fielen ihnen leicht.

Was für das Individuum gilt, gilt natürlich auch für Unternehmen. Unternehmen mit unverschämten Zielen greifen nach den Sternen. Sie sind ihrer Zukunft oft weit voraus, entwickeln, testen aus, scheitern – und machen trotzdem immer weiter.

Der Begriff „Moonshot“ wurde bei Google eingeführt, um das Innovationsbestreben lebendig zu halten. Er diente nicht nur als Innovationstreiber, sondern auch als Vision, wie Google sein wollte – und bis heute auch ist: grenzenlos innovativ. Mittlerweile ist daraus „X – the Moonshot-Company“ entstanden. Auf der Unternehmenswebseite finden sich die innovativsten Projekte und ein Blick in eine „Zukunft made by Google“.

Aber was genau ist nun ein Moonshot?

Tatsächlich sind Moonshots etwas mehr als unverschämte Ziele. Moonshots sind ehrgeizige, explorative und bahnbrechende Projekte – die kurzfristig nicht profitabel sind und oft nicht einmal Nutzen bringen, von denen man sich aber langfristig die Lösung schwerwiegender Probleme verspricht. Das fahrerlose Auto, Google Glasses, Project Loon (ein Ballon-basiertes Internet Service-Projekt) oder Project Calico, ein Lebensverlängerungsprojekt, sind typische Moonshots.

Google besitzt keine Exklusivität, Moonshots zu entwickeln. Das Unternehmen hat jedoch vier entscheidende strategische Maßnahmen ergriffen, die eine Moonshot-Kultur deutlich befördern:

  1. Google verfügt über riesige Kapitalmengen und investiert einen Großteil davon in Moonshots
    Moonshots kosten Geld – und bringen womöglich über lange Zeit keinen Return on Investment. Daher muss eine Moonshot-Kultur eine Top-down-Entscheidung sein, die nicht nur kurz- und mittel, sondern langfristige Gültigkeit hat, denn Moonshots brauchen Zeit.
  2. Ausgründung der Zukunftsschmiede „X“ und dadurch Trennung vom Kerngeschäft
    Wer dauerhaft innovativ sein möchte, muss das Kerngeschäft vom Zukunftsgeschäft trennen. Beide verlangen unterschiedliche Führungsqualitäten und -mentalitäten. Während das Kerngeschäft möglichst fehlerfrei abgewickelt werden muss, braucht es beim Zukunftsgeschäft eine funktionierende Fehlerkultur.
  3. Konsequentes (Employer) Branding, das Google als innovativ und zukunftsgerichtet darstellt und dadurch Pioniergeister, Neugierige und Zukunftsgestalter anzieht
    Moonshots brauchen kreative Köpfe und benötigen eine Kultur von Exzellenz, Pioniergeist, Neugier, Offenheit und dem Mut, Unmögliches zu denken und zuzulassen. Eine solche Kultur braucht entsprechende Menschen, die diese Kultur fördern, unterstützen und leben. Diese Menschen kommen nicht, wenn die Moonshot-Kultur nicht dauerhaft authentisch nach außen und innen gelebt und vermarktet wird.
  4. Verabschiedung von Branchengrenzen
    „X“ forscht grenzenlos – und damit auch branchenlos. Das einzige verbindende Element bei allen Forschungsprojekten ist der Technologiegedanke. Moonshots sind technologiegetrieben und ansonsten grenzenlos in ihrer Anwendung und Wirkungsweise. Daher ist Alphabet als Gesamtkonzern prinzipiell für jedes Unternehmen und jede Branche eine Gefahr. Wer auf Moonshots setzen will, muss Branchengrenzen durchbrechen.
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