„Es zählt nur das Ergebnis!“ – 3 Gründe, warum dieser Satz nicht stimmt.

Wie oft haben Sie den Satz schon gehört: „Es zählt nur das Ergebnis“? Oft noch mit dem Zusatz: „Wie Sie dahinkommen, können Sie entscheiden.“ Ich lehne diese beiden Sätze aus drei Gründen ab.

  1. Grund: Einseitige Verlagerung der Verantwortung.
    Wenn wir selbst den Weg zum Ziel bestimmen können, klingt das zunächst nach Freiheit und Selbstbestimmung. Doch der Eindruck täuscht. In dem Moment nämlich, wo wir den Weg zum Ziel selbst bestimmen können, obliegt uns auch häufig die alleinige Verantwortung für den Weg zum Ziel. Wenn wir Unternehmer sind, ist das legitim und völlig normal. Für alle, die jedoch im Angestelltenverhältnis arbeiten, geht die Rechnung oft nicht auf. In den meisten Fällen steht hinter dem Maß der Selbst- und Eigenverantwortung, der in den beiden Sätzen mitschwingt, nämlich kein adäquater Gegenwert. Vor allem dann nicht, wenn Führungskräfte diese beiden Sätze gewissermaßen als Freibrief betrachten, um sich aus der Führungsverantwortung auszuklinken. In diesem Fall können aus Freiheit und Selbstverantwortung sehr schnell Druck und Überlastung werden.
  2. Grund: Der Weg ist das Ziel.
    Als Unternehmer haben wir zugegebenermaßen oft mehr Gestaltungsfreiheit, wie das Ergebnis aussehen soll/aussehen kann. Als Angestellte im Unternehmen jedoch werden einem die Ergebnisse vorgegeben. Das Ergebnis kann nicht frei bestimmt und auch nicht aus eigenen Stücken an eine veränderte Situation angepasst werden. Hinzukommt, dass der Weg zum Ziel die eigentliche Arbeit beinhaltet. Insofern ist der Weg von der Wichtigkeit her höher zu bewerten als das Ergebnis selbst.
    Entscheidend ist, was passiert, wenn das avisierte Ergebnis nicht erreicht wird. Wird in diesem Fall dann zumindest der Weg honoriert, den man eingeschlagen hat, um das Ziel zu erreichen? In vielen Fällen nicht – vor allem nicht in den Unternehmen, in denen eine gesunde Fehlerkultur fehlt. Hier gilt dann meistens nämlich das gesamte Projekt als gescheitert, wenn das geplante Ergebnis nicht erreicht wurde. Dass auf dem Weg wichtige Teilziele erreicht und elementare Erkenntnisse gewonnen wurden, kann folglich auch überhaupt nicht honoriert werden, wenn der Schlachtruf lautet „Es zählt nur das Ergebnis!“ Mit diesem Satz wird der Weg zum Ziel aus der Gleichung gestrichen. Auch das erhöht im Übrigen den Druck auf die Person, die das Ergebnis erbringen muss, weil sie weiß, sie wird nur am Ergebnis gemessen und nicht daran, wie sie den Weg zum Ziel gestaltet und bewältigt hat.
  3. Grund: Die Wegbegleitung spielt eine entscheidende Rolle.
    Wenn der Weg das Ziel ist, spielt die Wegbegleitung eine entscheidende Rolle. Klinkt sich die Führungskraft aus der Wegbegleitung aus, weil die beiden Sätze „Es zählt nur das Ergebnis. Wie Sie dahinkommen, können Sie entscheiden“ ja tatsächlich auch eine gewisse Befreiung aus der Führungsverantwortung implizieren, kann der Weg zum Ziel plötzlich und unerwartet eine ganz einsame Reise werden. Erneut obliegt es in diesem Fall der alleinigen Verantwortung der Person, die das Ergebnis erreichen soll, sich entsprechende Wegbegleiter zu suchen – oder die Führungskraft bewusst wieder als Reiseführer in den Handlungsradius hineinzuziehen. Und sehr schnell sind wir dann wieder beim 1. Grund: Beide Sätze führen zu einer einseitigen Verlagerung der Verantwortung.

Anstatt also zukünftig zu sagen: „Es zählt nur das Ergebnis. Wie Sie dahinkommen, entscheiden Sie“ präferiere ich persönlich folgende Alternative:

„Das Ergebnis ist wichtig. Der Weg dahin auch.
Was können wir gemeinsam tun, damit die Reise zum Ziel erfolgreich wird?“

 

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