Woher kommen gute Ideen?

Dieser Frage ging Steven Johnson in seinem Buch „Where good ideas come from“ nach und kam zu folgenden Ergebnissen.

Betrachtet man die Vergangenheit, so zeigt sich, dass viele großartige Ideen als sogenannte „slow hunches“, also langsame Vorahnungen, gestartet sind. Langsam deswegen, weil es von der Vorahnung bis zur Idee dauert. In dieser sogenannten „Inkubationszeit“ reifen Vorahnungen zu Ideen heran und tauchen im Bewusstsein auf.

Die Erfindung des World Wide Webs war ein solcher „slow hunch“. Tim Berners-Lee startete zunächst mit einem winzigen Projekt, das dazu dienen sollte, Dateien auf seinem Computer zu ordnen. 10 Jahre später und etliche weitere Projekte und Fehlversuche später, war das World Wide Web reif genug und ging online.

Bahnbrechende Ideen sind nicht von Anfang erfolgreich bzw. marktfähig. Sie fangen vielmehr als Vorahnungen an, aus denen imperfekte Ideen erwachsen, die erst mit der Zeit ausreifen. Das kann Wochen oder Jahre dauern. Oft weiß man dabei gar nicht, wo Anfang bzw. Ende der Entwicklungsreise ist. Tim Berners-Lee hatte beispielsweise nie vor, das Internet zu entwickeln. Es war – wie viele disruptive Ideen – lediglich ein „Abfallprodukt“ eines Vorhabens mit ursprünglich ganz anderer Zielrichtung.

„Slow hunches“ benötigen aber nicht nur Zeit, sondern weitere „slow hunches“, um zu einer großen Idee heranzuwachsen. Es ist daher wichtig eine Umgebung zu schaffen, wo viele kleine Ideen miteinander ausgetauscht werden und sich gegenseitig befruchten können. Im Unternehmenskontext ist das eine Unternehmenswelt, die offen für verrückte und imperfekte Ideen ist. Kollegen, die Ideen nicht unterbinden, sondern diese fördern und mit ihrer eigenen Kreativität vervollständigen – sowie eine Führungskraft, die ein offenes Ohr hat und zeitlichen Spielraum lässt, imperfekte Ideen wachsen zu lassen.

Von der Kaffeehaus-Kultur zu Coworking-Spaces

In der Zeit der Aufklärung waren es die sogenannten Kaffeehäuser, in der Ideen ausgetauscht wurden. Hier saßen Adlige und einfache Leute zusammen und überwanden ihre Stammesdünkel. Hier wurde Wissen geteilt, öffentlich debattiert und diskutiert und Gastlichkeit mit aufklärerischem Nutzen verbunden.

Durch die Kaffeehäuser konnte beispielsweise das Postwesen florieren, denn die ersten Postfächer richtete man sich in seinem Stammcafé ein. Auch die erste Versicherung ging auf eine Geschäftsidee zurück, die im Londoner Kaffeehaus Lloyd’s entstand, wo sich Kaufleute über Risikominimierung und Absicherung bei Havarien austauschten.

Heute sind es Coworking-Spaces auf der ganzen Welt, so sich Menschen treffen, arbeiten – mal alleine, mal gemeinsam – Ideen austauschen sowie Wissen und Ressourcen teilen.

Doch auch das Internet wird zum Instrument der „slow hunches“, denn neben der realen Kaffehaus- und Coworking-Space-Kultur ist auch das Internet eine riesige Plattform, wo man in Sekundenschnelle an Informationen herankommen, Wissen austauschen und auf Gleichgesinnte treffen kann.

Die weltweite Connectivity ist ein perfekter Ort, damit aus „slow hunches“ echte Ideen und anschließend bahnbrechende Innovationen werden können.

Fazit:
Gute Ideen sind zunächst nichts weiter als Vorahnungen. Treffen Vorahnungen auf andere Vorahnungen und gleichzeitig auf eine produktive Kultur der Vernetzung, des Austauschs und der Kommunikation, können aus den Vorahnungen konkrete Ideen werden, die – mit ausreichend Zeit – zu wirklichen Innovationen gedeihen können.

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