Drei Tipps zum Aufbau von Resilienz

„Es sind nicht die Stärksten einer Spezies, nicht die Intelligentesten, sondern diejenigen, die am schnellsten auf Veränderungen reagieren können, die sich in der Evolution durchsetzen,“ stellte schon Charles Darwin fest und konnte beweisen, dass Adaption, also die erfolgreiche Bewältigung von Stress-Situationen, die Entwicklung von Stresstoleranz oder Resilienz zu Selektionsvorteilen im Tierreich führt. Und was für Tiere gilt, gilt in diesem Fall auch für uns Menschen. Stress bewältigen wir am besten durch Resilienz.

Das Wort „Resilienz“ kommt aus dem englischen „resilience“ und lässt sich übersetzen mit Spannkraft, Widerstandsfähigkeit, Elastizität. Resiliente Menschen haben starke innere Schutzmechanismen etabliert, die es ihnen ermöglichen, sich flexibel, situations- und bedürfnisbedingt immer wieder auf veränderte Situationen einzustellen, ohne dabei auszubrennen. Ihre Fähigkeit, in stressigen Situationen nicht nur die Nerven zu behalten und ihren Job weiter gut verrichten zu können, sondern mit ihrer optimistischen  Grundhaltung gleichzeitig auch eine positive Wirkung auf Kolleginnen und Kollegen ausüben zu können, ist unbezahlbar.

In so schnelllebigen und veränderungsreichen Zeiten wie heute, ist Stress an der Tagesordnung. Das Jonglieren von Beruf und Privatleben, Change-Prozesse in den Unternehmen oder flexible Arbeitsumgebungen, die starre Büroumgebungen ablösen, sorgen für permanente Wellenbewegungen im Alltag.

Jeder dieser oder unzählige andere Situationen können als traumatisch und stressig empfunden werden. Doch diese Haltung belastet. Einfacher wäre es, wenn wir uns eine resiliente Haltung angewöhnen könnten, die uns Stress und Veränderungen leichter bewältigen lassen.

Doch wie kann das gehen?

Eine Antwort liegt darin begründet, dass resiliente Menschen Veränderungen als Katalysator für persönliches Wachstum betrachten und dadurch negativem Stress viel weniger Wirkungsfläche bieten. Ein Forscherteam der Universität Wisconsin ist vor einiger Zeit der Frage nachgegangen, ob es möglich ist, die negativen Konsequenzen von Stress durch die persönliche Stressbewertung zu mindern. Sie werteten dazu Daten von 28.000 US-Bürgern aus. 35 % gaben an, moderat Stress zu haben und ca. 20 % bewerteten ihren Stresslevel als hoch. 34 % waren der Meinung, dass Stress ihre Gesundheit sehr, oder etwas beeinflusst. Bezogen auf die Sterblichkeitsrate fand das Team heraus, dass diese um 43 % steigt, wenn Menschen viel Stress im Alltag erleben und gleichzeitig davon überzeugt sind, dass dieser erlebte Stress einen starken Einfluss auf die eigene Gesundheit hat.

Um sich bewusst zu werden, wie Sie auf Stress reagieren, beginnen Sie mit der Beantwortung dieser Fragen:

  • Wie beeinflusst Stress Sie körperlich?
  • Wie wirkt sich Stress emotional aus?
  • Wie entstressen Sie?

Auch die emotionale Intelligenz hat Auswirkungen darauf, wie gut wir mit Stress umgehen können und wie belastbar wir sind. Hier sind weitere Fragen, die Sie mit „ja“, „nein“ oder „manchmal“ beantworten können:

  • Wenn ich gestresst bin, finde ich trotzdem Wege, um meine Bedürfnisse zu kommunizieren.
  • Ich beurteile auch in Stresssituationen meine Möglichkeiten und wähle die beste Alternative für mich aus.
  • Ich kontrolliere den Impuls schnell zu handeln, wenn ich unter Druck stehe.
  • Ich kann mit Stress positiv umgehen.
  • Ich bin angesichts der Veränderungen zu Hause und bei der Arbeit flexibel.
  • Ich nehme mir regelmäßig Zeit für mich und mach die Dinge, die ich genieße.
  • Ich bin optimistisch, auch wenn ich vor schwierigen Herausforderungen stehe.

Resilienz wird – leider – weder in der Schule, noch in der Ausbildung oder im Studium gelehrt. Schade eigentlich, denn Resilienz benötigen wir in den meisten Berufen häufiger als die Relativitätstheorie.

Glücklicherweise ist Resilienz eine erlernbare Fähigkeit. Diese drei Tipps können helfen, sie zu erwerben:

  1. Relativieren Sie Ihre eigenen Erwartungen.
    Die eigenen Erwartungen haben mit der Realität häufig nichts zu tun. Bei mir zum Beispiel kollidieren die eigenen Erwartungen regelmäßig, wenn ich morgens voller Tatendrang aufwache und mir schon unter der Dusche 10 ToDo’s vornehme, die ich heute unbedingt schaffen möchte. Wenn es dann „nur“ drei werden, bin ich regelmäßig enttäuscht – und oft auch mental gestresst.
  2. Treffen Sie achtsame Entscheidungen für sich selbst.
    Schlaf, gute Ernährung, Bewegung, Spaß und mentale Herausforderungen – das sind nur einige Aspekte für ein ausgewogenes Leben und eine gute Balance für Widerstandsfähigkeit in stressigen Situationen. Es geht nicht darum, dass bei diesen Aspekten neuer Stress aufgebaut wird, sondern entscheidend ist, dass wir uns im ersten Schritt bewusst werden, dass diese Aspekte auch zum Leben dazugehören. Sie dann schrittweise wieder zu aktivieren ist tatsächlich harte Arbeit, weil es um das Ändern von Gewohnheiten geht.
  3. Verlassen Sie regelmäßig ihre Komfortzonen.
    Wenn das Leben zu bequem wird, ist das zum einen schlecht für unser Gehirn, denn ein träges Gehirn wird veränderungsunwillig. Für ein mental gesundes Leben ist es wichtig, dass wir unser Gehirn immer wieder neuen Herausforderungen stellen. Zu viel Bequemlichkeit lässt uns außerdem selbstgefällig werden. Und Selbstgefälligkeit ist der Feind des Mutes.

Resiliente Menschen nutzen Veränderungen als Lernmöglichkeiten, weil sie wissen, dass nur Veränderungen wirkliches Wachstum bedeuten. Nichts passiert zufällig oder ohne Sinn. Fragen Sie sich daher in neuen, unerwarteten Situationen, was diese Situation Sie lehren möchte. Wie können Sie den momentanen Lebenswandel als Katalysator für Ihr Wachstum nutzen?

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