Die Digitalisierung der deutschen Tugenden

In unserem HR-FutureTrend 2016 befragten wir 103 Unternehmen, welche Kompetenzen in Zukunft am meisten bzw. am wenigsten bedeutsam sein würden. Die deutschen Tugenden fielen dabei kaum ins Gewicht. Warum nicht? Stattdessen finden sich diese Skills unter den Top 5 der bedeutsamsten Zukunftskompetenzen.

Rang Kompetenz
1 Veränderungsbereitschaft (85,7 %)
2 Fähigkeit, mit unterschiedlichen Menschen zu arbeiten (68,8 %)
3 Querdenken (67,5 %)
4 Geistige/mentale Flexibilität (61,0 %)
5 Interkulturelle Kompetenz (59,7 %)

Diese Kompetenzen sind eine direkte Antwort auf die momentane Veränderungsdynamik in der Wirtschaft. Problematisch dabei ist, dass diese Tugenden im deutschen Bildungs- und Ausbildungssystem kaum gelehrt werden. Stattdessen werden Eigenschaften wie Fleiß, Pünktlichkeit, und Zuverlässigkeit honoriert. Sie gehören jedoch ausgerechnet zu den Kompetenzen mit der geringsten Bedeutung für Personalverantwortliche. Denn:

Fleiß, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit wurden längst digitalisiert!

Wie konnte es zu dieser Verschiebung kommen? Ein Blick auf die Protagonisten auf dem Arbeitsmarkt der letzten Jahrzehnte gibt Antworten. Im klassischen Industriezeitalter waren die Kernkompetenzen der Industriearbeiter klar definiert: koordiniert, normiert und durchgetaktet sollten sie arbeiten. Fleiß, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit waren die Grundlage für effektive Ergebnisse. Auch mit dem Einzug der Wissensarbeiter zum Beginn des Informationszeitalters änderte sich daran noch nicht viel. Doch mit Weiterentwicklung der IT und der Zunahme der Digitalisierung wurde schnell klar: Fehlerfreier und normierter als der Mensch arbeitet die Maschine. Wollen Menschen nun ihren Platz in der Arbeitswelt neben Kollege Roboter behaupten, müssen sie etwas leisten, was nicht digitalisiert und automatisiert werden kann. Am Beginn des 21. Jahrhunderts verlangt der Arbeitsmarkt einen neuen Protagonisten, der die Arbeitswelt in Zukunft dominieren und entscheidend verändern wird: den schöpferisch tätigen Kreativarbeiter.

Die „Arbeits-Tugenden“ der Zukunft

Damit Menschen in Zukunft ihren wertschöpfenden Platz verteidigen können, brauchen sie neue „Arbeits-Tugenden“. Dazu gehören die von den Unternehmen genannten Zukunftskompetenzen der obigen Top 5. Dazu gehören aber auch

  • Mut, Fragen zu stellen,
  • Neugier,
  • Empathie,
  • Intuition und
  • Kreativität

um die Zunahme an Kreativ-, Emotions- und Beziehungsarbeit bewältigen zu können – den (neuen) Zukunftsbereichen des arbeitenden Menschen, denn die Maschinen versagen hier kläglich.

In einer VUCA-Welt sind wir zwingend angewiesen auf die „Arbeits-Tugenden“ der neuen Wertschöpfungsträger, der Kreativmenschen. Fleiß, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit überlassen wir lieber denen, die dafür programmiert sind:  den Maschinen.

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