7 Gewohnheiten, die Kreativität töten

Unser Gehirn folgt gern bekannten Mustern, anstatt jedes Mal einen Prozess neu zu erfinden. Für Alltags-Aktivitäten ist das ein Segen. Diese Muster-Affinität ist jedoch absolut hinderlich, wenn es darum geht, akute Probleme oder Herausforderungen zu bewältigen. Diese sieben Gewohnheiten sollten wir daher regelmäßig durchbrechen, denn sie sorgen konsequent dafür, dass Kreativität stirbt.

  1. Wir verlassen uns auf die Logik.

Eine kreative Idee kann nicht in einer Umgebung geboren werden, die durch Logik und Rationalität begrenzt ist. Unsere Gehirne sind keine Computer und die besten Ideen kommen gewöhnlich dann, wenn wir sie am wenigsten erwarten. Menschliche Gehirne verarbeiten Unmengen unlogischer Daten, die von Emotionen und Symbolen bis hin zu Träumen und Sprache reichen. Wenn wir uns entscheiden, dass eine logische Vorgehensweise die beste ist, dann ist es kein Wunder, wenn die Kreativität nicht fließt. Logik erstickt Kreativität.

  1. Wir entscheiden uns für die erstbeste Lösung.

Vor allem in ergebnis- und effizienzgetriebenen Unternehmenskulturen ist diese Angewohnheit oft anzutreffen. Sie motiviert grundsätzlich nicht dazu, mit alternativen Ideen zu spielen. Eine Lösung zu finden, ist für Kreative nur der Anfang eines langen Prozesses. Doch für viele Menschen ist es das Ende.

  1. Wir glauben, dass es nur eine richtige Antwort gibt.

Diese Angewohnheit ist eng gekoppelt an die zweite Angewohnheit, das Entscheiden für die erstbeste Lösung. Unser gesamtes Schul- und Ausbildungssystem hat uns darauf trainiert, zu einer Frage eine Antwort zu finden. Dieses lineare (auch vertikale) Denken verleitet dazu, dass wir uns für die erstbeste Lösung entscheiden, weil wir glauben (und gelernt haben), dass eine weitere Lösung nicht möglich sein kann. Für mathematische Probleme mag das zutreffen – in allen anderen Disziplinen tötet diese Überzeugung jedoch jegliche Kreativität.

  1. Uns fehlt Expertenwissen.

Wenn wir die Anforderung des lebenslangen Lernens in einer Welt der Veränderung nicht ernst nehmen, verlieren wir den Anschluss an das aktuelle Wissen und schränken uns selbst und unseren Erfahrungsschatz ein. Das wirkt sich immer negativ auf unsere Kreativität aus, denn um aktuelle Probleme und Herausforderungen zu lösen, benötigen wir ein breit aufgestelltes Wissens- und Erfahrungsrepertoire, das wir in Kreativprozessen neu zusammensetzen können.

  1. Wir haben zu viel Expertenwissen.

Zu viel Expertenwissen ist genauso schlecht wie zu wenig. Edward de Bono, der bekannte Erforscher des Lateralen Denkens, bezeichnete diesen Zustand ein gefangen sein in der „Intelligenzfalle“. Wenn wir alles über unser Fachgebiet wissen, schläft unsere Neugier ein, denn Neugier entsteht immer dann, wenn wir eine Kluft spüren zwischen dem, was wir wissen, und dem, was wir wissen wollen.

  1. Wir ersticken in einer Datenflut.

Zu viele Informationen haben katastrophale Auswirkungen auf unsere Kreativität. Wenn wir den Überblick über Daten und Informationen verlieren, setzt eine Überforderung ein, die unserem Gehirn eine Auszeit signalisiert, um den mentalen Overkill zu vermeiden. Raum für kreatives Denken entsteht hier nicht.

  1. Wir glauben, wir sind nicht kreativ.

Diese Grundüberzeugung entbehrt jeglicher Grundlage, denn zum einen hat Kreativität viele Gesichter – und zum anderen gehört Kreativität – genauso wie die Neugier – zu einem von Geburt an vorhandenen Skill-Set, mit dem jeder Mensch zur Welt kommt. Kreativität und Neugier werden jedoch im Laufe unserer schulischen Erziehung konsequent abtrainiert, so dass Kreativität und Neugier bei den meisten Menschen verschüttet sind. Verschüttet heißt jedoch nicht, dass sie nicht existent sind. Durch konsequente Übung kann die Neugier wiederbelebt werden – und wie das geht, habe ich in meinem aktuellen Buch „Der Neugier-Code“ ausführlich beschrieben.

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