Das Sesamstraßen-Prinzip: Komplexität reduzieren, Neugier anregen

„Wer? Wie? Was? Wieso? Weshalb? Warum?“ – als Kind konnte ich diese Fragewörter mühelos mitsingen, wenn abends „Sesamstraßen-Zeit“ angesagt war. Ich habe die Macht der Fragewörter damals noch nicht verstanden. Heute gehören sie  zu meinem Grund-Repertoire der Unternehmensführung, um Komplexitäten zu reduzieren und eine VUCA-Welt zu erschließen.

Jedes einzelne dieser Fragewörter sorgt für Klarheiten. Warum? Weil sie Menschen zwingt, über Sachverhalte nachzudenken und sie wie Zwiebelschichten nach und nach auseinander zu nehmen. Denken bleibt also nicht an der Oberfläche, sondern besteht gewissermaßen aus zwei Phasen:

  • Vor-Denken: Unbekannte und komplexe Sachverhalte benötigen unsere volle Aufmerksamkeit. Der Status des Unbekannten und Komplexen heißt, dass wir sehr oft im wahrsten Sinne des Wortes als Vor-Denker agieren – also neue Ideen und Lösungen finden müssen. Die treffen uns im Regelfall nicht wie der Blitz, sondern erfordern geistiges Investment. Unser Gehirn lässt sich besonders gut in Wallung bringen, wenn wir es mit Fragen bombardieren und seine Neugier anregen. In dem Moment, wo wir eine Kluft verspüren zwischen dem, was wir wissen und dem, was wir wissen wollen, fängt die Kreativität an zu fließen. „Was ist das Problem?“ „Weshalb haben wir das Problem?“ oder „Warum sind wie bisher nicht in der Lage gewesen, das Problem zu lösen?“ sind mögliche Vor-Denker-Fragen, die im Team beantwortet und diskutiert werden können.
  • Nach-Denken: Wenn erste Komplexitäten entwirrt und erste umsetzbare Lösungen gefunden sind, beginnt die Phase des buchstäblichen Nach-Denkens. Nach dem Denken erfolgt die Umsetzung – denken Sie also nun darüber nach, „Wer ist für die Umsetzung zuständig?“, „Wen benötigen wir für die Umsetzung?“, „Was ist als nächstes zu tun?“, „Wie soll die Umsetzung ablaufen?“

In der ersten Phase des Vor-Denkens werden Klarheiten hinsichtlich eines komplexen Problems geschaffen, indem man sich dem Problemkern Schicht für Schicht nähert.

In der zweiten Phase des Nach-Denkens werden Klarheiten hinsichtlich der Umsetzung, möglicher Prozesse und Protagonisten geschaffen.

Beide Phasen bilden die Grundlage für Mitbestimmung, Kreativität und den gemeinsamen Erfolg!

Weitere Anwendungsmöglichkeiten zum „Sesamstraßen-Prinzip“ finden Sie in meinem aktuellen Buch „Der Neugier-Code“.

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