Fehler als Innovations-Turbo | #Scheitern

Es gibt ganz menschliche Gründe, warum wir Scheitern. Drei davon sind erwähnenswert, denn sie haben täglichen Einfluss auf unser Leben, auf unsere Innovationskraft – und darauf, wie wir mit Fehlern umgehen.

  1. Unsere Wahrnehmung ist begrenzt. Soziale und kulturelle Prägungen, Ängste, Werte und Erwartungen verleihen uns – ob wir wollen oder nicht – Scheuklappen für bestimmte Themen, Menschen, die uns unsympathisch sind, oder Situationen, denen wir uns nicht stellen wollen.
  2. Automatismen drängen sich immer in den Vordergrund. Unter Gehirn ist ein ziemlich faules Organ, das – wenn möglich – den Weg des geringsten Widerstandes geht. Da unser Lernen bevorzugt in Mustern erfolgt, sind wir immer dann besonders fehleranfällig, wenn Muster durchbrochen werden.
  3. Stress tötet Kreativität. Je stärker wir im (Arbeits-)Alltag unter Strom stehen, umso weniger können wir auf unsere mentale Flexibilität zugreifen. Automatismen drängen sich gerade dann verstärkt in den Vordergrund und blockieren die Sicht auf das große Ganze. Der Tunnelblick nimmt zu – die Gefahr des Scheiterns steigt.

Dass wir gerade in Deutschland dennoch mit dem Scheitern hadern, ist vor allem auch eine kulturelle Besonderheit. Während in den USA nicht das Scheitern, sondern das Aufgeben als Tabu gilt, so werden wir in Deutschland am Erfolg gemessen – und nicht am Handeln.

In unserer Leistungsgesellschaft haben Fehler nichts zu suchen. Der Drang zum Perfektionismus, die preußische Arbeitsmoral von Ordnung und Korrektheit, sind in vielen Bereichen in unsere DNA eingebrannt und sorgen für eine Kultur der Vorsicht und Absicherung. Gerade für Unternehmen, die innovieren wollen oder müssen, ist eine solche Haltung jedoch schädlich, denn Fehler sind im Innovationsprozess elementar. Sie gehören zur Evolution von Ideen und zur Produktreifung unverrückbar dazu.

Die Akzeptanz, Scheitern zu können und das Bewusstsein, dass Scheitern Teil der menschlichen Evolution und Weiterentwicklung ist, führt dazu, dass wir angstfrei(er) aus gewohnten Denk- und Handlungsmustern ausbrechen und nach Lösungen suchen, anstatt auf Tatsachen zu beharren.

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